zam mgrauft

eMail: zur Multiplikatorenausbildung „zam mgrauft...

0 downloads 76 Views 169KB Size
„zammg rauft“ von Antigewalt bis Zivilcourage Ein POLIZEI-Kurs für Jugendliche Impressum Herausgeber: Polizeipräsidium München • Kommissariat 105 Prävention / Opferschutz Bayerstraße 35-37 • 80335 München Tel. 089 2910-4461 • Fax: 089 2910-4400

Idee und Projektleitung Der Fachbereich Jugend des Kommissariats 105 für verhaltensorientierte Prävention und Opferschutz

Grafik-Design und Layout: Patricia Brum, AOK-Direktion München Druck: Hausdruckerei, AOK-Direktion München

Mit freundlicher oderdes HKS 57 Unterstützung Lionsclub München-Würmtal und der AOK Bayern Direktion München

„zammg rauft“ D ie meisten Menschen machen bereits als Kinder und Jugendliche Gewalterfahrungen unterschiedlicher Ausprägung. Daher kann davon ausgegangen werden, dass in entsprechend großen Gruppen (z. B. Schulklassen, Freizeittreffs) sowohl Täter als auch Opfer und Zeugen vertreten sind.

Das Präventions- und Opferschutzkommissariat (K 105) und die Jugendbeamten des Polizeipräsidiums München erstellten in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring München Stadt als Kooperationspartner einen Kurs, um Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren mit den beschriebenen Zielen präventiv zu schulen. Das Projekt „zammg rauft“ ist als Multiplikatorenausbildung konzi piert, um so möglichst viele Kinder und Jugendliche zu erreichen. Das Projekt ist als langfristige Maßnahme

angelegt und stellt einen festen Bestandteil der Präventionslinie des Polizeipräsidiums München dar.

Ergänzt wird „zamm g rauft“ in erster Linie durch die Polizeikurse „aufg schaut“ für Kinder im Grundschulalter und „sauba bleim“ für Jugendliche zum Thema Sucht und Drogen. Für Erwachsene wird dieses Angebot durch den „POLIZEIKurs“ als ein Projekt zur Förderung der Zivilcourage und zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls ergänzt. Damit ein Kurs wirksam ist und eine nachhaltig positive Änderung des Verhaltens der Teilnehmern bewirken kann, muss er bestimmte Faktoren erfüllen. Des Weiteren ergab die Evaluation eines Gewaltpräventionsprogramms der Kölner Polizei u. a., dass der Erfolg einer präventiven Einzelmaßnahme verstärkt wird, wenn sie in ein entsprechendes Gesamtkonzept eingebettet wird. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden beim Projekt „zammg rauft“ folgende Faktoren besonders beachtet:

Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit ist einer der entscheidenden Faktoren hinsichtlich der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen. Daher muss die Klasse / Gruppe über einen längeren Zeitraum und in verschiedener Form mit den Inhalten des Kurses oder mit ähnlichen Themen konfrontiert werden, um langfristig eine präventive Wirkung erzielen zu können. Dies wird mit der Ausbildung von Multiplikatoren garantiert. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, „zammg rauft“ in Kooperation mit den örtlich zuständigen Jugendbeamten der Polizei durchzuführen. Auch die selbstständige Durchführung nur durch Jugendbeamte ist nach Absprache möglich.

Langfristigkeit Kurzfristige Projekte oder einmalige Aktionen sind in der Regel wirkungslos. Um Verhalten zu ändern, Gewaltneigungen abzubauen und entsprechende Handlungsmuster zu entwickeln, bedarf es Zeit.

Daher sollte „zamm g rauft“ als Schulprojekt fest in den Jahresplan installiert werden. Es sollte eine Jahrgangsstufe ausgewählt werden, in der jährlich der komplette Kurs durchgeführt wird. Im Laufe der Zeit lernen somit alle Schüler die Inhalte und Vereinbarungen aus dem Kurs „zammg rauft“ kennen.

Zielgruppenspezifität Die Themenbereich und Inhalte wurden auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren abgestimmt. Wissenschaftliche Untersuchungen* belegen, dass es in dieser Altersgruppe in allen Schultypen zu Übergriffen in Form von Körperverletzungen, Erpressungen, Mobbing usw. kommen kann. Es ist daher wichtig, diese Thematik bereits präventiv aufzugreifen, bevor es zu solchen konkreten Vorfällen kommt, bzw. um diese in Zukunft zu vermeiden. *

Schülerbefragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen

Durchführung des Projektes

Ziele

D

Förderung der Gemeinschaft durch: der Kommunikationsfähigkeit ➚ Verbesserung Erarbeitung eines akzeptierten Regelwerkes ➚ Integration und Toleranz ➚ Empathiefähigkeit ➚

ie Durchführung des praktisch orientierten Teiles findet im Rahmen eines zweitägigen Kurses statt, kann aber, je nach Zielgruppe, komprimiert bzw. als Interventionsmaßnahme angeboten werden.

Hierbei wird im spielerischen Rahmen die Bedeutung von Gemeinschaft, Vertrauen und Zivilcourage verdeutlicht. Außerdem wird Gewalt im Allgemeinen thematisiert sowie deren verschiedene Formen, wie körperliche Gewalt, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit oder Mobbing ins Bewusstsein gerufen. Ergänzend dazu werden Strategien erarbeitet, wie Gewalt verhindert oder unterbunden werden kann. Die spielerischen Übungen sind derart zusammengestellt, dass sie auf bestimmte Problematiken abgestimmt und der Situation entsprechend angewendet werden können. Meist handelt es sich um kleine Übungen oder Rollenspiele, die viel Spiel, Spaß und Spannung für die Teilnehmer bieten. Erst in der anschließenden

Nachbesprechung sollen die Teilnehmer durch geschicktes Befragen von sich aus auf die Ziele der Übung hingeführt werden. Das ganze Spektrum möglicher Krisensituationen kann sowohl präventiv als auch situativ bearbeitet werden. Als Produkt des Kurses sollen mehrere Vereinbarungen aber auch eine kleine, von der Gruppe für die Gruppe erarbeitete „Verfassung“ stehen, mit der sich alle Teilnehmer identifizieren können.

Förderung des Vertrauens durch: emotionale Erfahrungen ➚ Gemeinsame Erfahrungen in körperlichen und psychischen Grenzsituationen ➚ Übernahme von Verantwortung ➚ Kurzzeitigen Verlust der Selbstkontrolle ➚ Förderung der Zivilcourage durch: eines optimalen Opfer- und Helferverhaltens ➚ Erlernen Vermittlung eines adäquaten Zeugenverhaltens ➚ Sensibilisierung für Notsituationen ➚ Vermittlung der Wichtigkeit zivilcouragierten Handelns ➚ Förderung von Anti-Gewalt-Strategien durch: für verschiedene Formen von Gewalt ➚ Sensibilisierung Sensibilisierung für Opfer ➚ Sensibilisierung für die Verletzlichkeit des Körpers ➚ Erkennen von eskalationsfördernden Faktoren in einer ➚ Auseinandersetzung ➚ Aufzeigen von Handlungsalternativen

Multiplikatorenausbildung

„zammg rauft“ Zielgruppe · Kosten · Dauer Zielgruppe:

Lehrer/innen, Erzieher/innen, Sozial-pädagogen/innen sowie Polizei- und Justizbeamte/innen Kosten:

Die Fortbildung ist kostenlos. Jeder Teilnehmer bekommt eine Arbeitsmappe und ein Teilnahmezertifikat ausgehändigt. Die Arbeitsmappe beinhaltet eine Kurzfassung der Projektinhalte, Beschreibungen zu allen Übungen, Tipps zur Durchführung des Präventionsprojektes sowie ergänzende Arbeitsblätter

Anmeldung

zur Multiplikatorenausbildung „zammg rauft“ Anmeldungen für die dreitägige Multiplikatorenausbildung nimmt das Polizeipräsidium München entgegen. Hier erhalten Sie auch weitere Auskünfte und Informationen. Polizeipräsidium München, Kommissariat 105 Bayerstraße 35-37, 80335 München Tel.: 089 / 2910 - 4461 Fax: 089 / 2910 - 4400 eMail:

Dauer: Die Multiplikatorenschulung zum Projekt „zammgrauft“ setzt eine dreitägige Fortbildung voraus. Dabei ist der dritte Tag ein Übungstag der ca. 2 - 4 Wochen nach der eigentlichen Schulung statt findet und den Multiplikatoren die Möglichkeit bietet, erste Erfahrungen als Moderator zu machen.

[email protected]