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Der Weg zur Dokumentation für ... Anforderungen bezüglich der Dokumentation für den Auftraggeber und der internen ... weltweite Verwendung von Standar...

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Herzlich Willkommen!

Nachweise und Dokumentation für den Schaltschrankbau Der Weg zur Dokumentation für den Schaltschrankbau gemäß europäischer Richtlinien und Normen

© Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Seminare zu Normen und Richtlinien

Sicherheitstechnik

Niederspannungsschalttechnik IEC Teil 1

UL508A

MRL 2006/42/EG

Grundlagen / Anwendung der IEC 61439-1 und IEC 60204-2 für den Schaltschrankbau

Schaltschrankaufbau für Nordamerika.

Maschinen- und Anlagensicherheit

IEC Teil 2

NFPA 79

Normenseminar

Erforderliche Dokumentation gemäß IEC 61439 und NSPRL 2006/95/EG

Elektrische Ausrüstung von Industriemaschinen für Nordamerika.

Europäische Sicherheitsnormen ISO 13849-1 / IEC 62061

ATEX

RAM

Explosionsschutz im Umfeld europäischer Richtlinien

Risk Assessment Management (Risikobeurteilung)

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Stand 03.2015

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Diese Themen erwarten Sie jetzt:

Verantwortungsbereich als Hersteller oder Betreiber von Steuerschränken Das Neueste zu relevanten EU-Richtlinien und IEC-Normen für den Schaltschrankbau Die Abgrenzung der Niederspannungsrichtlinie von der Maschinenrichtlinie beim Schaltschrankbau Der Anwendungsbereich der EMV-Richtlinie und deren Relevanz für den Schaltschrankbau Überblick über praxisnahe Tools, die das geforderte Dokumentieren erleichtern Die Anforderungen und Struktur der DIN EN 61439-1 für den Schaltschrankbau Überblick über die durchzuführenden Nachweise nach der IEC 61439-1 und -2 und deren geeignete Dokumentation Beispiel „Aufzeigen der einzelnen Schritte sinnvoll und praxisnah“ Umfangreiche Schulungsunterlagen mit Checklisten und Empfehlungen für die haftungssichere Dokumentation Seite 3

Stand 03.2015

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Referent

SIEMENS Martin Berger Industrial Automation Industrielle Schalttechnik

Applikationsberatung: - für den europäischen Markt und internationalen IEC/ISO Normen - für den Export nach Nordamerika Seite 4

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Seminar: „Nachweise und Dokumentation für den Schaltschrankbau“ Agenda: I.

Einführung; Ziele und Inhalte des Seminars

II.

Überblick über die europäischen Richtlinien 1. Abgrenzung der MRL 2006/42/EG von der NSPR 2006/95/EG 2. Relevanz der EMV-Richtlinie für den Schaltschrank

III.

Einführung und Konzept der IEC 61439 Reihe

IV. geforderte Nachweise der IEC 61439-1/-2 V.

Dokumentation 1. auf Basis der IEC Normen für den Auftraggeber (IEC 61439-1/ IEC 60204-1) 2. auf Basis Niederspannungsrichtlinie (CE-Konformitätserkärung/ interne Fertigungsprüfung)

VI. Kennzeichnungen VII. Tools zur Unterstützung bei der Dokumentation VIII. Beispiel für interne Dokumentation nach NSPRL und DIN EN 61439-1 anhand eines Musterschrankes Seite 5

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Einführung, Ziele des Seminars  Warum dieses Seminar  Ziele des Seminars

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Warum dieses Seminar…  Zunehmende Konfusion und Verunsicherung bei der Entscheidung, welche europäischen Richtlinien für den Schaltschrankbau wichtig sind  welche Normen sind für den Schaltschrankbau wichtig und wie können diese erfüllt werden?  Unsicherheit bei der Frage „Wer trägt die Verantwortung?“  wie sollte die Dokumentation erfolgen  welche Dokumentation muss für den Anwender und welche intern erstellt werden?  wo ist die Abgrenzung zwischen den wichtigen Richtlinien Maschinenrichtlinie [MRL] 2006/42/EG und Niederspannungsrichtlinie [NSPRL] 2006/95/EG  inwieweit ist die EMV-Richtlinie 2004/108/EG für den Schaltschrankbau wichtig?

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Einführung, Ziele des Seminars

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Ziele des Seminars  Hilfestellung und Unterstützung beim Verständnis wichtiger europäischen Richtlinien und Normen  Klärung der Zusammenhänge und Bedeutung von relevanten Normen für den Schaltschrankbau  Durchführung von geforderten Nachweise nach DIN EN 61439-1/-2 für den Schaltschrank  Hilfestellung welche Unterlagen der Hersteller vom Auftraggeber benötigt  Anforderungen bezüglich der Dokumentation für den Auftraggeber und der internen Dokumentation  Vorschläge für eine praxisgerechte, Richtlinien- und normenkonforme Dokumentation

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Einführung, Ziele des Seminars

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Beispiele für die Dokumentation: Die folgenden Vorschläge für eine normen- und richtlinienkonforme Dokumentation erhalten Sie am Ende dieses Seminars: Allgemeine Konformitätserklärung

EG Konformitätserklärung

Beispiel für Anlagendoku.

Checkliste Bauartnachweis

Checkliste Stücknachweis

Prüfbericht für Stücknachweis

Prüfbericht für Bauartnachweis Seite 4

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Einführung, Ziele des Seminars

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Bedeutung von Normen Normen sind generell:  Normen sind keine Gesetze, sondern streng genommen freiwillig. Aber deren Anwendung und Einhaltung führt zur Vermutungswirkung, dass die Mindestanforderungen des Stand der Technik eingehalten wurden.  spiegeln Regeln / Stand der Technik wieder und gelten als eine bewährte Methode für den jeweiligen Anwendungsbereich  Unterstützungsfunktion um Technikmindestlevel zu erreichen (unterschiedliche Länder etc.)  Normerfüllung genügt möglicherweise nicht, Norm ist Mindestanforderung  Oberstes Schutzziel der Normen: Sicherheit von Personen, Nutztieren und Sache

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Einführung, Ziele des Seminars

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Organisationen weltweite Verwendung von Standards

IEC z.B.: EN, VDE, BS, NF UL / NFPA / NEMA UL / NFPA / NEMA / IEC CSA / UL / NFPA / NEMA

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Einführung, Ziele des Seminars

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Abgrenzung Maschinenrichtlinie  Niederspannungsrichtlinie

Maschinenrichtlinie

Niederspannungsrichtlinie

Sicherheit beim Betrieb der Maschine

Elektrische Ausrüstung der Maschine

 MRL 2006/42/EG

 NSPRL 2006/95/EG

 IEC/ISO Normen

 DIN EN 60204-1  DIN EN 61439-2  Dokumentation  …

Hauptthema des Seminars

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Einführung, Ziele des Seminars

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Definitionen für die vorliegenden Schulungsunterlagen

IEC 61439 = EN 61439 = DIN EN 61439 = VDE 0660 Teil 600

Maschinenrichtlinie = MRL (9. ProdSV)

Niederspannungsrichtlinie = NSPRL (1. ProdSV)

Niederspannungsschaltgeräte-Kombination = Schaltschrank

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Einführung, Ziele des Seminars

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Hinweis / Haftungsausschluss

Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet.

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Einführung, Ziele des Seminars

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Einführung in die europäischen Richtlinien  Übersicht zu europäischen Richtlinien

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Europäischer Wirtschaftsraum (EWR) Europa heute

Schweiz: „Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen" vom 21.6.1999 Seite 2

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Europäische Richtlinien

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Heute für den EWR: EU Richtlinien und nationale Gesetze EG-Vertrag

Sozialpolitik §.... §....Artikel 153 §....

§...

Seite 3

§....

§....Artikel 95§.... Binnenmarkt §....

Rahmenrichtlinie – Sicherheit & Gesundheitsschutz b.d. Arbeit (Arbeitsmittelbenutzungsrichtlinie 89/655/EWG)

Maschinenrichtlinie (MRL) 2006/42 EG (98/37 EG) Niederspannungsrichtlinie 2006/95 EG (73/23 EWG)

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

Erste Verordnung zum Geräteund Produktsicherheitsgesetz (Niederspannungsrichtlinie) (1. ProdSG)

Stand 03.2015

Europäische Richtlinien

§....

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Wie und wo sind die EU Richtlinien in unser Rechtsystem eingebunden ? Unser deutsches Recht kennt 3 Bereiche  Strafrecht

in der Regel „reaktiv“, also nach der Straftat

 Zivilrecht

in der Regel „reaktiv“, also nach dem Schadensfall

 Öffentliches Recht

in der Regel „präventiv“, heißt, es beschreibt Regeln, Maßnahmen, … (Verordnungen, Gesetze, …) zum „vorbeugenden“ Schutz

Die EU-Richtlinien sind im “Öffentlichen Recht“ eingebettet.  Die Richtlinien müssen eingehalten werden Sie können i.d.R. aus dem Internet heruntergeladen werden (https://dejure.org/)

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Europäische Richtlinien

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Die europäischen Richtlinien

In der EU regeln Verträge den freien Warenverkehr und die Arbeitssicherheit freien Warenverkehr – Hersteller (Artikel 114 AEU-Vertrag von Lissabon)

Arbeitssicherheit – Betreiber (Artikel 153 AEU-Vertrag von Lissabon)

Produkthaftungsrichtlinie 85/374/EWG Allg. Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG

Arbeitsschutzrahmenrichtlinie 89/391/EWG

Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Benutzung von Arbeitsmitteln 2009/104/EG

Niederspannungsr. 2006/95/EG EMV Richtlinie 2004/108/EG

Weitere nationale Richtlinien

Usw. (der Hersteller ist verpflichtet, alle relevanten Richtlinien einzuhalten!)

Harmonisierte Normen

Nationale Normen

AEUV=Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union

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Europäische Richtlinien

AEU-Vetrag Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union

Hersteller

Art. 114

Abbau von Handelshemmnissen im EU-Binnenmarkt NiederspannungsRL 2006/ 95/EG

MaschinenRL 2006/ 42/EG

Mandat von EU-Kommission. Normeninstitution zur Erstellung von Sicherheitsnormen an CEN/CENELEC

EMV-RL 2004 /108/EG

§

Konformitätserklärung CE – Kennzeichnung

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2001/45/EG zur Änderung der RL 2009/104/EG

EMV-Gesetz

Arbeitsmittelbenutzungs-RL 2009/104/EG

RL95/63/EG zur Änderung der RL 2009/104/EG

Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung z.B. in Deutschland: Berufsgenossenschalftliche Regelwerke, Vorschriften, Regeln, Informationen

Umsetzung der EN-Normen ohne Änderung; Harmonisiert, wenn EU-Amtsblatt

Bei Anwendung harmonisierter Normen kann vermutet werden, dass die Richtlinien eingehalten sind

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Zusammenarbeit der EU-Staaten in sozialen Belangen Arbeitsschutzrahmenrichtlinie 89/391/EWG

ProduktsicherheitsRL 2001/ 95/EG

§ Geräte- und Produktsicherheitsgesetz GPSG

Benutzer

Art. 153

Bestellung nach geltenden Regelwerk

§

Maschinenbetreiber (Übernahme der Verantwortung)

Sichere Maschine/ Schaltschrank

Europäische Richtlinien

Sichere Maschine läuft © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten. Control Products / DF CP S&MK CPI

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Die europäischen Richtlinien Bedeutung

erfassen eine große Zahl von Produkten (bzgl. Maschinen, Geräte, Medizin), die gemeinsame Risiken besitzen

Richtlinien

Inhalte

wenig technischen Details

Bedeutung

nur grundlegende Anforderungen

Verankert in den Nationalen Gesetzen (Deutsvchland: 1. Prod SG) Produkte dürfen bei vorhandenem CE Zeichen aus technischer Sicht frei gehandelt werden Die Richtlinienkonformität muss festgestellt und nachgewiesen werden (Konformitätsbewertung /Konformitätserklärung)

Nachweis

CE-Kennzeichnung Seite 7

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Europäische Richtlinien

Welche Richtlinie ist relevant für den Schaltschrankbau? Maschinen (2006/42/EG)

Niederspannung (2006/95/EG)

EMV (2004/108/EG)

Seilbahnen (2000/9/EG)

Medizinprodukte (93/42/EWG)

Aufzüge (95/16/EG)

Aktive implantierbare medizinische Geräte (90/385/EWG)

Druckgeräte (97/23/EG)

Explosivstoffe f. zivile Zwecke (93/15/EWG)

Einfache Druckbehälter (87/404/EG)

Sportboote (94/25/EG)

Spielzeug (88/378/EWG)

Bauprodukte (89/106/EWG) Outdoor (2000/14/EG)

Pers. Schutzausrüstung (89/686/EG)

Messgeräte (2004/22/EG)

usw…

Eine Richtlinie ist für ein bestimmtes Produkt anzuwenden, wenn das Produkt formal in den Geltungsbereich (Artikel 1) dieser Richtlinie fällt und das Produkt Risiken birgt, die in den Anforderungen dieser Richtlinie beschrieben sind Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung des Herstellers zu entscheiden, welche Richtlinie(n) er für sein Produkt anwendet bzw. anwenden muss. Seite 8

Stand 03.2015

Europäische Richtlinien

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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Abgrenzung der MRL 2006/42/EG von der NSPR 2006/95/EG  Einleitung zur MRL  Ausnahmen  Unter welchen Anwendungsbereich fällt die individuelle Schaltgerätekombination?  Fallbeispiele für Konformitätsbewertung & CE Kennzeichnung  Positionspapiere

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Abgrenzung der Anwendungsgebiete zwischen MRL – NSPRL Warum? MRL-2006/42/EG Auszug 1.5. RISIKEN DURCH SONSTIGE GEFÄHRDUNGEN 1.5.1. Elektrische Energieversorgung Eine mit elektrischer Energie versorgte Maschine muss so konstruiert, gebaut und ausgerüstet sein, dass alle von Elektrizität ausgehenden Gefährdungen vermieden werden oder vermieden werden können. Die Schutzziele der Richtlinie 73/23/EWG22 gelten für Maschinen. In Bezug auf die Gefährdungen, die von elektrischem Strom ausgehen, werden die Verpflichtungen betreffend die Konformitätsbewertung und das Inverkehrbringen und/oder die Inbetriebnahme von Maschinen jedoch ausschließlich durch die vorliegende Richtlinie [MRL 2006/42/EG] geregelt. Hinweis: Die Richtlinie 73/23/EWG wurde mit der Richtlinie 2006/95/EG vom 12. Dezember 2006 kodifiziert

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Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Abgrenzung der Anwendungsgebiete zwischen MRL – NSPRL Konsequenz Eine Schaltschrank fällt entweder in den Anwendungsbereich der MRL oder der NSPRL. Diese Aussage bezieht sich vor allem auf das Konformitätsbewertungsverfahren.  Übergeordnete bzw. gemeinsame Schutzziele der Richtlinien schließen sich aber nicht gegenseitig aus. D.h. die Schutzziele der NSPRL müssen in jedem Fall erfüllt werden! Kernfragen:  Wann fällt eine Schaltschrank in den Anwendungsbereich der MRL oder der NSPRL?  Welches sind die Entscheidungskriterien, besonders hinsichtlich MRL? Konsequenzen der Entscheidung:  Ergebnis hat Einfluss auf das Konformitätsbewertungsverfahren, CE Kennzeichnung und Nachweispflichten des Herstellers (technische Dokumentation / interner Prüfbericht)  Ergebnis bestimmt Auswahl anwendbarer harmonisierter Normen (Amtsblatt der europäischen Union) Seite 3

Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Abgrenzung der Anwendungsgebiete zwischen MRL – NSPRL Geltungsbereich MRL (allgemein) Artikel 1(1) der MRL 2006/42/EG: a) Maschinen b) Auswechselbare Ausrüstungen

c) Sicherheitsbauteile d) Lastaufnahmemittel e) Ketten, Seile und Gurte f) Abnehmbare Gelenkwellen g) Unvollständige Maschinen

Ist der Schaltschrank ein Sicherheitsbauteil im Sinne der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG? Seite 4

Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Abgrenzung der Anwendungsgebiete zwischen MRL – NSPRL „Sicherheitsbauteil“ im Sinne MRL ist ein Bauteil: 1. Das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient 2. Gesondert in Verkehr gebracht wird 3. Dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet 4. Das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist oder durch für das Funktionieren der Maschine übliche Bauteile ersetzt werden kann

 4 wichtige Kriterien, die das Merkmal „Sicherheitsbauteil“ kennzeichnen!

Ausnahmen Geltungsbereich MRL (auszugsweise): Sicherheitsbauteile, die als Ersatzteile zur Ersetzung identischer Bauteile bestimmt sind und vom Hersteller der Ursprungsmaschine geliefert werden (kein gesondertes Inverkehrbringen!) Seite 5

Stand 03.2015

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Abgrenzung MRL zur NSPRL

Abgrenzung MRL – NSPRL Schaltschrank als Sicherheitsbauteil? Nein

Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion?

Prozesssteuerung

Ja Eigenherstellung des Maschinenherstellers

Nein

Inverkehrbringen gesondert?

Kennzeichnung der kompletten Maschine nach MRL

Ja Ja

Montage nach exakten Vorgaben des Maschinenherstellers?

Ja Schaltschrankbauer ist „verlängerte Werkbank“

Nein Gefährdet Ausfall die Sicherheit von Personen?

Nein

Ja Ja

Für das Funktionieren der Maschine erforderlich?

Ja

Nein Sicherheitsbauteil MRL Artikel 1(1)c Seite 6

Stand 03.2015

Ersatz durch übliche Bauteile möglich?

® www.maschinenbautage.eu

Abgrenzung MRL zur NSPRL

Nein

Kein Sicherheitsbauteil MRL Artikel 1(1)c © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten. Control Products / DF CP S&MK CPI

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Fallbeispiele für unterschiedliche Schaltschränke 1. Schaltschrank durch Maschinenbauer erstellt 2. Schaltschrank durch Schaltschrankhersteller im Auftrag des Maschinenbauer erstellt 3. Der Hersteller des Schaltschrankes legt die Funktionen fest und verkauft den Schaltschrank als Produkt – Prozesssteuerung enthalten 4. Der Hersteller des Schaltschrankes legt die Funktionen fest und verkauft den Schaltschrank als Produkt – ohne Prozesssteuerung 5. Der Hersteller des Schaltschrankes verkauft den Schaltschrank als Produkt. Funktionen werden per Software festgelegt 6. Der Hersteller des Schaltschrankes verkauft den Schaltschrank als Produkt. Sensoren und Bedienelemente sind nicht Bestandteil des Schaltschrankes

Seite 7

Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Definition Sicherheitsbauteil nach MRL Ein Sicherheitsbauteil nach MRL muss alle 4 Bedingungen aus Artikel 2 c MRL erfüllen

Ein Sicherheitsbauteil ist ein Bauteil, … 1. das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient 2. das gesondert in Verkehr gebracht wird 3. dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet 4. das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist

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Stand 03.2015

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Schaltschrank durch Maschinenbauer erstellt Situation: Der Maschinenbauer bestückt den Schaltschrank mit Geräten und legt dadurch die Funktionen (auch Sicherheitsfunktionen) des Schaltschrankes fest.  Eigenherstellung

Bedingungen aus MRL Art 2c erfüllt: 1. das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient – erfüllt 2. das gesondert in Verkehr gebracht wird – nicht erfüllt 3. dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet - erfüllt 4. das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist oder durch für das Funktionieren der Maschine übliche Bauteile ersetzt werden kann – erfüllt  Schaltschrank ist kein Sicherheitsbauteil und fällt nicht unter die MRL Seite 9

Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Schaltschrank durch Schaltschrankhersteller im Auftrag des Maschinenbauer erstellt Situation: Der Schaltschrank wird nach exakten Vorgaben des Maschinenbauers gefertigt. Schaltschrankbauer ist verlängerte Werkbank.  vergleichbar mit Eigenherstellung Kennzeichnung der kompletten Maschine inkl. Schaltschrank nach MRL durch Maschinenbauer.

Bedingungen aus MRL Art 2c erfüllt: 1. das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient – erfüllt 2. das gesondert in Verkehr gebracht wird – nicht erfüllt 3. dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet - erfüllt 4. das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist oder durch für das Funktionieren der Maschine übliche Bauteile ersetzt werden kann – erfüllt  Schaltschrank ist kein Sicherheitsbauteil und fällt nicht unter die MRL Seite 10

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Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Der Hersteller des Schaltschrankes legt die Funktionen fest und verkauft den Schaltschrank als Produkt. Situation: Der Hersteller des Schaltschrankes legt die Funktionen (auch Sicherheitsfunktionen) des Schaltschrankes fest. Die Steuerfunktionen der Maschine sind nicht Bestandteil dieses Schaltschrankes. Sind in diesem Schaltschrank komplette Sicherheitsfunktionen realisiert (Sensor an der Front, Auswertung und Aktorik im Schaltschrank), erstellt der Hersteller des Schaltschrankes eine Konformitätserklärung nach Maschinenrichtlinie und kennzeichnet den Schaltschrank mit CE. Bedingungen aus MRL Art 2c erfüllt: 1. das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient – erfüllt 2. das gesondert in Verkehr gebracht wird – erfüllt 3. dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet - erfüllt 4. das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist oder durch für das Funktionieren der Maschine übliche Bauteile ersetzt werden kann – erfüllt  Schaltschrank ist ein Sicherheitsbauteil und fällt unter die MRL Seite 11

Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Der Hersteller des Schaltschrankes legt die Funktionen fest und verkauft den Schaltschrank als Produkt. Situation: Der Hersteller des Schaltschrankes legt die Funktionen (auch Sicherheitsfunktionen) des Schaltschrankes fest. Die Steuerfunktionen der Maschine sind Bestandteil dieses Schaltschrankes. Auch wenn in diesem Schaltschrank komplette Sicherheitsfunktionen realisiert sind (Sensor an der Front, Auswertung und Aktorik im Schaltschrank), erstellt der Hersteller des Schaltschrankes eine Konformitätserklärung nach Niederspannungsrichtlinie und kennzeichnet den Schaltschrank mit CE. Bedingungen aus MRL Art 2c erfüllt: 1. das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient – erfüllt 2. das gesondert in Verkehr gebracht wird – erfüllt 3. dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet - erfüllt 4. das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist oder durch für das Funktionieren der Maschine übliche Bauteile ersetzt werden kann – nicht erfüllt  Schaltschrank ist kein Sicherheitsbauteil und fällt nicht unter die MRL Seite 12

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Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Der Hersteller der Schaltschrankes verkauft den Schaltschrank als Produkt. Funktionen werden per Software festgelegt Situation: Der Hersteller des Schaltschrankes bestückt den Schaltschrank mit Geräten. Die Funktionen (auch Sicherheitsfunktionen) werden vom Maschinenbauer durch Programmierung/Parametrierung festgelegt. Im Auslieferzustand sind die Sicherheitsfunktionen noch nicht festgelegt. Der Hersteller des Schaltschrankes erstellt eine Konformitätserklärung nach Niederspannungsrichtlinie und kennzeichnet des Schaltschrank mit CE Bedingungen aus MRL Art 2c erfüllt: 1. das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient – nicht erfüllt 2. das gesondert in Verkehr gebracht wird – erfüllt 3. dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet - erfüllt 4. das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist oder durch für das Funktionieren der Maschine übliche Bauteile ersetzt werden kann – erfüllt  Schaltschrank ist kein Sicherheitsbauteil und fällt nicht unter die MRL Seite 13

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Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Der Hersteller des Schaltschrankes verkauft den Schaltschrank als Produkt. Sensoren und Bedienelemente sind nicht Bestandteil des Schaltschrankes. Situation: Der Hersteller des Schaltschrankes bestückt den Schaltschrank mit Geräten. Die Funktionen (auch Sicherheitsfunktionen) werden vom Maschinenbauer durch Anschluss externer Sensoren und Bedienelemente festgelegt. Im Auslieferzustand sind die Sicherheitsfunktionen noch nicht festgelegt. Der Hersteller des Schaltschrankes erstellt eine Konformitätserklärung nach Niederspannungsrichtlinie und kennzeichnet des Schaltschrank mit CE Bedingungen aus MRL Art 2c erfüllt: 1. das zur Gewährleistung einer Sicherheitsfunktion dient – nicht erfüllt 2. das gesondert in Verkehr gebracht wird – erfüllt 3. dessen Ausfall und/oder Fehlfunktion die Sicherheit von Personen gefährdet - erfüllt 4. das für das Funktionieren der Maschine nicht erforderlich ist oder durch für das Funktionieren der Maschine übliche Bauteile ersetzt werden kann – erfüllt  Schaltschrank ist kein Sicherheitsbauteil und fällt nicht unter die MRL Seite 14

Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Empfehlung

Ob der Schaltschrank:  nicht eigens in Verkehr gebracht wird (Schaltschrankbau dient als „verlängerte Werkbank“)  oder als elektrisches, anschlussfertiges Produkt unter die Niederspannungsrichtlinie fällt  oder ein Sicherheitsbauteil nach Maschinenrichtlinie ist sollte unbedingt vorab zwischen Auftraggeber und Hersteller vereinbart werden! Da es Auswirkungen  auf den Prozess der Konformitätsbewertung hat  den Umfang der Dokumentation beeinflusst …

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Stand 03.2015

Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Positionspapiere Inverkehrbringen: Positionspapier des ZVEI mit Fallbeispielen Schaltschrank gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG oder gemäß Niederspannungsrichtlinie 2006/95/EG: Der Schaltschrank als Sicherheitsbauteil: Positionspapier der BauA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und – medizin – in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales) Bestellen von Schaltschränken bei Fremdunternehmen: Positionspapier der Faschstelle für Maschinensicherheit

Hinweis: Positionspapiere befinden sich im Anhang Ihrer Schulungsunterlagen

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Abgrenzung MRL zur NSPRL

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Links - Beispiele Wo kann der Anwendungsbereich der jeweiligen Normen eingesehen werden ? http://webstore.iec.ch

Wo findet man das Produktsicherheitsgesetz (EU-Richtlinien) https://dejure.org/ http://www.gesetze-im-internet.de/prodsg_2011/index.html

Wo findet man das Produktsicherheitsgesetz (EU-Richtlinien) http://www.baua.de/de/Produktsicherheit/Rechtstexte/Rechtstexte.html;jsessionid=956CDADE573C9988715839F500E B83EE.1_cid323

Wo findet man die jeweilige Liste der harmonisierten Normen http://www.baua.de/de/Produktsicherheit/Produktinformationen/Normenverzeichnisse.html

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Abgrenzung MRL zur NSPRL

Beispiel DIN EN 60204-1 oder DIN EN 61439-2 Scope – DIN EN 60204-1 (Auszüge)

Scope – DIN EN 61439-2 (Auszüge)

Dieser Teil von IEC 60204 … Anwendung von elektrischer, elektronischer … Ausrüstung und Systemen für Maschinen, …

Dieser Teil von IEC 61439 …Anforderungen für Energie-SchaltgeräteKombinationen fest:



– …1 000 V ac … 1 500 V dc nicht überschreitet;

Die Ausrüstung, die von diesem Teil von IEC 60204 abgedeckt wird, beginnt an der Netzanschluss-Stelle der elektrischen Ausrüstung der Maschine (siehe 5.1).

– … ortsfeste oder ortsveränderbare … mit … ohne Gehäuse

… gilt für die elektrische Ausrüstung oder Teile der elektrischen Ausrüstung, … bis einschließlich 1 000 V ac … 1 500 V dc … etc.

– … – … für die elektrische Einrichtung von Maschinen … Ergänzende Anforderungen für Schaltgeräte-kombinationen, die Bestandteil einer Maschine sind, sind in den Normen der Reihe IEC 60204 festgelegt. … etc.

Zusammenfassung: DIN EN 60204-1 beginnt an der Netzanschlußstelle  Steuerschrank DIN EN 61439-2 gilt für „Energieschaltgerätekombinationen“  Steuerschrank  Anwender kann wählen, welche Norm er als führend betrachtet Empfehlung: durchführen einer Risikoanalyse gemäß der 1. ProdSV (=Niederspannungsrichtlinie), als Entscheidungshilfe, welche der beiden Normen oder Teile davon, das jeweilige Risiko am besten abdeckt Sprachregelung Siemens

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Backup Informationen zur Maschinenrichtlinie und Niederspannungsrichtlinie

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Geltungsbereich Die EU-Niederspannungsrichtlinie gilt für das Inverkehrbringen von elektrischen Betriebsmittlen. Das Inverkehrbringen und der freie Verkehr innerhalb der EU dürfen von keinem Mitgliedstaat der EU behindert werden, solange die Anforderungen der Richtlinie erfüllt sind. Ist das nicht der Fall, so kann das Inverkehrbringen untersagt werden. Auch Rückrufaktionen können von den zuständigen Behörden angeordnet werden. Betroffen sind Betriebsmittel innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen, bei Wechselspannung zw. 50 und 1000 V, bei Gleichspannung zw. 75 und 1500 V. Betroffen sind:  elektrische Betriebsmittel  Verwendungsfertige Geräte  Teile, wie z.B. Glühlampen, Schalter, …  Dadurch fallen auch komplette Maschinen unter diese Richtlinie Die Spannungsgrenzen beziehen sich auf die max. Eingangs- und Ausgangsspannung, nicht auf die Spannung, die innerhalb der Geräte auftreten kann. Seite 21

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Welche Aspekte müssen berücksichtigt werden Zusammenfassung Zum Schutz vor Gefahren, die von elektrischen Betriebsmitteln ausgehen können, sind technische Maßnahmen vorzusehen, damit bei bestimmungsgemäßer Verwendung und ordnungsgemäßer Unterhaltung:  Menschen und Nutztiere angemessen vor den Gefahren einer Verletzung oder anderen Schäden geschützt sind, die durch direkte oder indirekte Berührung verursacht werden können  keine Temperaturen, Lichtbogen oder Strahlungen entstehen, aus denen sich Gefahren ergeben können  Menschen, Nutztiere und Sachen angemessen vor nicht-elektrischen Gefahren geschützt werden, die erfahrungsgemäß von elektrischen Betriebsmitteln ausgehen  die Isolierung den vorgesehenen Beanspruchungen angemessen ist  Aspekte der EMV werden von der EMV Richtlinie abdeckt

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Geltungsbereich — Ausnahmen Betriebsmittel und Bereiche, die nicht unter die Niederspannungsrichtlinie fallen

 Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in explosiver Atmosphäre,  Elektro-radiologische und elektro-medizinische Betriebsmittel,  Elektrische Teile von Personen- und Lastenaufzügen,  Elektrizitätszähler,  Haushaltssteckvorrichtungen,  Vorrichtungen zur Stromversorgung von elektrischen Weidezäunen,  Funkentstörung,  Spezielle elektrische Betriebsmittel, die zur Verwendung auf Schiffen, in Flugzeugen oder in Eisenbahnen bestimmt sind und den Sicherheitsvorschriften internationaler Einrichtungen entsprechen, denen die Mitgliedstaaten angehören. Seite 23

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Einleitung zur MRL  Die Richtlinie 2006/42/EG ist die erste überarbeitete Fassung der Maschinenrichtlinie (v. 1989)  Zusammenfassung der alten Maschinenrichtlinie und deren Änderungen in die 2006/42/EG  praktische Anwendbarkeit der Richtlinie wurde durch die Neufassung verbessert  Sie ist seit dem 29. Dezember 2009 gültig und anwendbar Hauptziele 1. Harmonisierung der Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz 2. Gewährleistung des freien Warenverkehrs von Maschinen innerhalb der EU

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Abgrenzung der Anwendungsgebiete zwischen MRL – NSPRL 2006/42/EG - 2006/95/EG Ein weiteres Ziel der Überarbeitung der MRL:  Klare Festlegung der Grenzen zwischen den Anwendungsgebieten und somit höheres Maß an Rechtssicherheit  Maschinenrichtlinie 2006/42/EG  Artikel 1  Anwendungsbereich (1) Geltungsbereich für bestimmte Erzeugnisse (2) Ausnahmen

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Definitionen Merkmale Maschine 1. Antriebssystem, keine unmittelbare menschliche oder tierische Kraft 2. Miteinander verbundene Teile oder Vorrichtungen, mindestens eines beweglich 3. Kombination für eine bestimmte Anwendung 4. Gesamtheit 1. – fehlende Teile, welche die Maschine mit Einsatzort oder Energie-/Antriebsquelle verbindet 5. Einbaufertige Gesamtheit 1. bis 2. – funktionsfertig nach Einbau auf Beförderungsmittel oder Installation in Gebäude/Bauwerk 6. Gesamtheit 1. bis 3. oder unvollständige Maschinen – Funktion nach Kombination als Gesamtheit Seite 26

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Definitionen Unvollständige Maschine 1. Gesamtheit, die fast eine Maschine bildet 2. Keine Funktion einer Maschine Beispiel: Ein Antriebssystem allein stellt eine unvollständige Maschine dar, erst nach Kombination/Einbau mit weiteren Teilen entsteht eine Gesamtheit, welche im Sinne der MRL als Maschine bezeichnet wird

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Definitionen Auswechselbare Ausrüstung  Vorrichtung zum Ändern oder Erweitern der Funktion einer Maschine, welche vom Bediener nach der Inbetriebnahme angebracht wird  Kein Werkzeug

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Definitionen Inbetriebnahme  Erstmalige bestimmungsgemäße Verwendung/Nutzung einer Maschine Inverkehrbringen  Bereitstellung einer Maschine im Hinblick auf Vertrieb/Nutzung  Keine Einschränkung hinsichtlich rechtlicher/vertraglicher Form (Kauf, Miete, Leasing, Überlassung ect.) Es ist zulässig die Maschine während der Montage, Installation, Einstellung zu betreiben/testen bevor diese als in Betrieb genommen/in Verkehr gebracht angesehen ist. Sicherheit und Gesundheitsschutz der Bediener und anderer gefährdeter Personen muss gemäß weiterer Richtlinien* durch den Hersteller der Maschine gewährleistet sein. Seite 29

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Relevanz der EMV-Richtlinie 2004/108/EG für den Schaltschrank  Anwendungsbereich  Flussdiagramm  Zusammenhang mit der DIN EN 61439-1 für Schaltschränke

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Anwendungsbereich Grundsätzliches zur EMV Richtlinie  EMV-R deckt die Funktion ab, wie Geräte miteinander in einer bestimmten Umgebung funktionieren müssen  EMV-R deckt nicht die Sicherheit und die Gefahren ab (z.B. für Personen)  EMV-R deckt nur die Geräte ab, jedoch keine Felder und deren Auswirkungen z.B. auf Menschen

Hinweis: Die EMV – Richtlinie ist als einzige Richtlinie nicht sicherheitsrelevant! Seite 2

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Relevanz der EMV-Richtlinie für den Schaltschrankbau

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Anwendungsbereich Die EMV – Richtlinie in Zusammenhang mit Schaltschränken Ortsfeste Anlagen:

sind eine Kombination von Geräten und weiteren Einrichtungen. Diese sind verbunden oder installiert um auf Dauer an einem bestimmten Ort betrieben zu werden

Hinweis: bei ortsfesten Anlagen ist: - keine separate CE-Kennzeichnung und keine separate EG-Konformitätserklärung notwendig (wenn privatwirtschaftlich gefordert, dann Kundenwunsch!) - die Nennung eines „Verantwortlichen“ erforderlich  Der Schaltschrank ist eine Komponente für eine ortsfeste Anlage  Formalismus muss nicht eingehalten werden  CE Kennzeichnung und EG-Konformitätserklärung nicht erforderlich  Die Anforderungen der EMV-Richtlinie jedoch schon – und damit die Normen

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Relevanz der EMV-Richtlinie für den Schaltschrankbau

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Flussdiagramm zur Auswahl gemäß EMV-Richtlinie

Ortsfeste Anlagen: müssen die Schutzanforderungen gemäß EMV Richtlinie erfüllen Aber es ist keine separate - CE – Kennzeichnung - EG Konformitätserklärung im Sinne2004/108/EG der EMV-R notwendig Quelle: Leitfaden zur EMV-Richtlinie Seite 4

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Relevanz der EMV-Richtlinie für den Schaltschrankbau

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Zusammenhang mit der DIN EN 61439-1 für Schaltschränke Anhang ZZ der DIN EN 61439-1 (informativ) Zusammenhang mit grundlegenden Anforderungen von EG-Richtlinie 2004/108/EG [EMV-Richtlinie] Diese Europäische Norm wurde unter einem Mandat erstellt, das von der Europäischen Kommission und der Europäischen Freihandelszone an CENELEC gegeben wurde. Diese Europäische Norm deckt innerhalb ihres Anwendungsbereiches alle relevanten grundlegenden Anforderungen ab, die in Artikel 1 von Anhang der EG-Richtlinie 2004/108/EG [EMV-Richtlinie] enthalten sind. Die Übereinstimmung mit dieser Norm ist eine Möglichkeit, die Konformität mit den festgelegten grundlegenden Anforderungen der betreffenden EG-Richtlinie(n) zu erklären.

WARNHINWEIS: Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein. Seite 5

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Relevanz der EMV-Richtlinie für den Schaltschrankbau

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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IEC 61439 für NiederspannungsschaltgeräteKombinationen Aufbau und Konzept der Normenreihe IEC 61439  Geschichte und Veranlassung  Aufbau und Anwendungsbereiche der neuen Normenreihe IEC 61439  Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439

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Geschichte und Veranlassung Meilensteine in der Entwicklung der Schaltanlagennormen

1896

1. Ausgabe der „Normalien, Vorschriften und Leitsätze“ des VDE Erste Sicherheitsvorschriften für Schalt- und Verteilungsanlagen

1941

VDE 0100 “ Errichten von Starkstromanlagen unter 1000 V“

1958

VDE 0100 § 29 N: Anforderungen an Isolierung, Kurzschlußfestigkeit und Berührungsschutz

1967 (1973)

VDE 0660 Teil 5 „Fabrikfertige Schaltgerätekombinationen (FSK)“ (IEC 60439) VDE 0100 §30b: Bauanforderungen für nichtfabrikfertige Schaltanlagen und Verteiler

1973

VDE 0660 Teil 500 (IEC 60439-1)

1984 (1985)

Typgeprüfte Schaltgerätekombinationen(TSK)

partiell typgeprüfte Schaltgerätekombinationen(PTSK)

gemeinsame Bauanforderungen

IEC 61439-1/-2 = VDE 0660 Teil 600-1/-2 (06/2010)

2009 Seite 2

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Aufbau und Konzept der IEC 61439

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Geschichte und Veranlassung Gründe für die radikale Revision und Umstrukturierung Kritikpunkte an der Normenreihe IEC 60439: Die Normen sind schwierig zu verstehen und anzuwenden:  Grauzonen erlauben subjektive Interpretationen  schlecht strukturierter Inhalt TSK/PTSK-Dilemma:  die Kategorien werden falsch interpretiert  begrenzte Anwendbarkeit  Klassifikation hat keinen Nutzen für Endkunden IEC 60439 Teil 1 hat Doppelfunktion:  Produktnorm & Allgemeine Anforderungen für alle anderen Normen der Reihe

 Die Normen werden von einigen Herstellern und in bestimmten Marktsegmenten nicht beachtet 1998: New work item proposal 17D/205/NP des britischen, nationalen Komitees: „Radical restructuring and revision of IEC 60439 series of standards“ Seite 3

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Aufbau und Konzept der IEC 61439

Übersicht des Übergangs IEC 60439  IEC 61439

neue Norm der IEC 61439

ersetzte Norm der IEC 60364 Status

IEC 61439-1: Allgemeine Festlegungen

IEC 60439-1

Veröffentlicht

IEC 61439-2: Energie-Schaltgerätekombinationen

IEC 60439-1

Veröffentlicht

IEC 61439-3: Installationsverteiler

IEC 60439-3

Veröffentlicht

IEC 61439-4: Baustromverteiler

IEC 60439-4

Veröffentlicht

IEC 61439-5: Kabelverteilerschränke

IEC 60439-5

Veröffentlicht

IEC 61439-6: Schienenverteiler

IEC 60439-2

Veröffentlicht

IEC/TR 61439-0: Anforderungshandbuch für Spezifikation von Schaltgerätekombinationen

keine

Veröffentlicht

Die neue Struktur der IEC 61439 Normenreihe gewährleistet, dass in den entsprechenden Produktteilen alle Anforderungen aufgeführt sind, um eine normenkonforme Schaltanlage herzustellen Seite 4

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Aufbau und Konzept der IEC 61439

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Aufbau und Anwendungsbereiche der neuen Normenreihe IEC 61439 Aufbau und Teile

IEC /TR 61439-0 Leitfaden für die Spezifikation von Schaltgerätekombinationen

Grundnorm

IEC 61439-1 Allgemeine Festlegungen

IEC 61439-2 Energieschaltgeräte-Kombinationen Wichtig für Maschinenund Anlagenbau Hinweis: Für Schaltgerätekombinatione n, die nicht in den Anwendungsbereich anderer Teile dieser Normenreihe fallen, gilt immer der Teil 2 (DIN EN 61439-2)!

IEC 61439-3 Installationsverteiler

Produktnormen

IEC 61439-4 Baustromverteiler IEC 61439-5 Kabelverteilerschränke IEC 61439-6 Schienenverteiler

Anwender der Schaltgerätekombinationen (OEM, Endkunde, Planer….) Seite 5

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(ursprünglicher) Hersteller der Schaltgerätekombination © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten. Control Products / DF CP S &MK CPI

Aufbau und Anwendungsbereiche der neuen Normenreihe IEC 61439 Anwendungsbereiche der IEC 61439-1 und -2 Der Teil 1 & 2 gilt für Schaltgerätekombinationen…  bis 1000V AC bzw. 1500 V DC Bemessungsspannung  die ortsfest und –veränderliche sind, mit und ohne Gehäuse  für die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Umformung elektrischer Energie und für die Steuerung von elektrischen Betriebsmitteln  für den Einsatz unter besonderen Betriebsbedingungen (z.B. auf Schiffen, Schienenfahrzeugen) mit zusätzlichen Anforderungen  für die Ausrüstung von Maschinen mit den zusätzlichen Anforderungen der IEC 60204  die Einzelstücke sind oder in Serie gefertigt werden Die Zusammenbau darf auch von anderen als dem ursprünglichen Hersteller vorgenommen werden  Ziel der Norm ist die Festlegung von Begriffen, Vorgabe von Betriebsbedingungen, Bauanforderungen, technischen Eigenschaften und Anforderungen für Nachweise  Der Teil 1 kann nur in Verbindung mit der jeweiligen Produktnorm (Teil 2…6) verwendet werden Seite 6

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Allgemeine Festlegungen Begriffe Schnittstellenmerkmale - neue Begriffe, Definitionen: Bemessungsstrom der Schaltgerätekombination – Assembly InA  Beschreibt den Gesamtstrom, den eine Schaltgerätekombination verteilen kann, begrenzt durch Hauptsammelschienen und Einspeisungen

Bemessungsstrom eines Stromkreises – Circuit InC  Strom, den ein Stromkreis innerhalb einer Schaltgerätekombination ohne Überhitzung tragen kann, wenn nur er allein belastet ist

Definition für Bemessungsbelastungsfaktor (Rated Diversity Factor - RDF)  Beschreibt nicht mehr die angenommene Belastung von Stromkreisen, sondern deren (nachgewiesene) Fähigkeit, einen Prozentsatz ihres Bemessungsstroms gleichzeitig führen zu können.  Der Bemessungsstrom der Stromkreise, multipliziert mit dem RDF muss gleich oder größer sein als die zu erwartende Belastungen der Stromkreise  Der RDF gilt für den Betrieb der Schaltgerätekombination mit ihrem Bemessungsstrom (d.h. bei höchstzulässiger Belastung) Seite 7

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Allgemeine Festlegungen Begriffe Bemessungskurzzeitstromfestigkeit Icw (rated short-time withstand current Icw)  vom Hersteller der Schaltgerätekombination angegebener Effektivwert des Kurzzeitstroms, angegeben als Strom und Zeit, dem unter festgelegten Bedingungen ohne Beschädigung widerstanden werden kann

bedingter Bemessungskurzschlussstrom Icc (rated conditional short-circuit current Icc)  vom Hersteller der Schaltgerätekombination angegebener Wert des unbeeinflussten Kurzschlussstroms, dem der durch eine Kurzschluss-Schutzeinrichtung (SCPD) geschützte Stromkreis während der Gesamtausschaltzeit (Stromflussdauer) des Geräts unter festgelegten Bedingungen standhalten kann

Bemessungsstoßstromfestigkeit Ipk (rated peak withstand current Ipk)  vom Hersteller der Schaltgerätekombination angegebener größter Augenblickswert des Kurzschlussstroms, dem unter den festgelegten Bedingungen standgehalten wird

unbeeinflusster Kurzschlussstrom Icp (prospective short-circuit current Icp)  Effektivwert des Stroms, der zum Fließen kommen würde, wenn die Zuleitung des Stromkreises durch einenLeiter mit vernachlässigbarer Impedanz in unmittelbarer Nähe der Anschlüsse der Schaltgerätekombination kurzgeschlossen wird

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Allgemeine Festlegungen Begriffe Durchlassstrom (cut-off current; let-through current)  größter Augenblickswert des Stroms während der Ausschaltzeit eines Schaltgeräts oder einer Sicherung ANMERKUNG Dieser Begriff ist von besonderer Bedeutung, wenn das Schaltgerät oder die Sicherung so ausschaltet, dass der unbeeinflusste Stoßstrom des Stromkreises nicht erreicht wird.

Niederspannungs-Schaltgerätekombination – Schaltgerätekombination (low-voltage switchgear and controlgear assembly - ASSEMBLY)  Zusammenfassung eines oder mehrerer Niederspannungsschaltgeräte mit zugehörigen Betriebsmitteln zum Steuern, Messen, Melden, Schützen und Regeln, mit allen inneren elektrischen und mechanischen Verbindungen und Konstruktionsteilen

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 Überblick  Teil 1 beinhaltet ausschließlich „Allgemeine Festlegungen“  Grundnorm alle weiteren Teile werden auf diesen Teil verweisen  Produktnormen  Teil 2 beinhaltet zusätzl. Anforderungen an Energie-Schaltgerätekombinationen Teil 1 und 2 entsprechen zusammen der bisherigen IEC 60439-1  Beendigung der Doppelrolle der DIN EN 60439-1 als Produktnorm (alt: TSK) und als Anwendernorm (alt: PTSK)  Unterscheidung in TSK und PTSK wird ersetzt durch die Art des Nachweises  es gibt nur noch eine bauartgeprüfte Schaltgerätekombination  Für einige der nachzuweisenden Merkmale sind alternative, aber gleichwertige Methoden für den Nachweis zugelassen: Prüfung – Vergleich – Begutachtung

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 Überblick  Die gesamte Struktur der Norm wurde an die neue Funktion als Norm mit allgemeinen Anforderungen angepasst  Der RDF wurde detaillierter dargestellt  Nachweis der „Einhaltung der Grenzübertemperatur“ hier gibt es deutliche Änderungen für die Nachweismethode „Rechnung“  Einführung „Black Box“ – Konzept zur Schnittstellendefinition (IEC 61439-0 Leitfaden für die Spezifikation)  EMV – Verträglichkeit ist jetzt gut beschrieben und als Nachweis aufgenommen  Regeln für Leergehäuse (IEC 62208) wurden aufgenommen

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 TSK & PTSK Das Konzept, die Klassifikation und die Begriffe TSK und PTSK wurden zugunsten „bauartgeprüfte Schaltgerätekombination“ gelöscht.

Für den Kunden ist es nur wichtig, dass nachgewiesen ist, dass das Produkt für seine Anwendung geeignet ist. Eine weitere Klassifizierung ist nicht notwendig. Seite 12

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 Definition Hersteller Produktverantwortung – geteilte Nachweisverantwortungen Begriffe: „Ursprünglicher Hersteller“ Unternehmen, daß ein Schaltanlagensystem entwickelt hat  „Organisation, die die ursprüngliche Konstruktion und den zugehörigen Bauartnachweis der Schaltgerätekombination nach dieser Norm vornimmt“ „Hersteller der Schaltgerätekombination“ Hersteller, der das Schaltanlagensystem nutzt, z.B. Anwender eines Nachbau-Systems, Franchisepartner etc.  „Organisation, die die Verantwortung für die fertige Schaltgerätekombination übernimmt“  Hersteller der Schaltgerätekombination ist immer verantwortlich für Stücknachweis!

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 Szenario 1: Produktverantwortung – geteilte Nachweisverantwortungen

Hersteller der Schaltgerätekombination Fertiger der Schaltanlage (z.B. Anlagenbauer) Eigene Bauartnachweise für Änderungen

Bauartnachweis

Stücknachweis

Kunde Betreiber der Schaltanlage

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Ursprünglicher Hersteller Schaltanlagenentwickler Bauartnachweis Originalsystem

“Für eine Schaltgerätekombination, die ... von einem ursprünglichen Hersteller ... nachgewiesen und von einem anderen hergestellt oder zusammengebaut wurde, ist eine Wiederholung der ursprünglichen Bauartnachweise nicht erforderlich, wenn alle vom ursprünglichen Hersteller festgelegten und bereitgestellten Anforderungen und Anweisungen vollständig erfüllt werden.“ „Wenn der Hersteller der Schaltgerätekombination Veränderungen vornimmt, die nicht durch Nachweise des ursprünglichen Herstellers abgedeckt sind, wird der Hersteller der Schaltgerätekombination für diese Veränderungen als ursprünglicher Hersteller angesehen.“

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 Szenario 2: Produktverantwortung – geteilte Nachweisverantwortungen

Bauartnachweis für Vorgaben

0…100% - Vorgaben

Ursprünglicher Hersteller

Hersteller der Schaltgerätekombination

Schaltanlagenentwickler, Maschinenbauer…etc.

Endkunde

Fertiger des Schaltschrankes (z.B. Steurungsbauer)

=

Betreiber der Maschine

1. Stücknachweis 2. relevante, ausstehende Bauartnachweise 3. Eigene Bauartnachweise für Änderungen

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„Kunde“ Betreiber der Schaltanlage

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 „Black Box-Konzept“

Einführung „Black Box–Konzept“ zur Schnittstellendefinition

Tabelle aus Teil 1, Anhang C

Konzept wird durch Specifier‘s guide (IEC/TR 61439-0) unterstützt

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Änderungen gegenüber der bisherigen IEC 60439 „Black Box-Konzept“  Kunde soll die „Schnittstelleneigenschaften“ spezifizieren, die für die Anwendung wichtig sind  Design der Lösung liegt in der Verantwortung des Herstellers

Art der Aufstellung (z.B. Kabel-anschluss, Abmessungen)

Installationsumgebung (z.B. Schutzart; Temperatur, Vibration, Atmosphäre)

Wartung, Erweiterung (z.B. innere Unterteilung, Betriebszyklen)

Lagerung, Transport (z.B. Transportabmessungen, Verpackung; Temperatur)

Steuerung (z.B. Vor-Ort; Fern; Kommunikation)

einspeisendes Netz (z.B. Un, fn; I‘‘K;TN-S)

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Meldungen; Messwerte (z.B. Ein/Aus, Störung; U, I, cosphi)

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Verbraucherdaten (z.B. Pn, In, Sicherungslos) © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten. Control Products / DF CP S &MK CPI

Begriffe / Definitionen Auswahl aus DIN EN 61439-1 Bemessungsbelastungsfaktor Einer Schaltgerätekombination oder eines Teiles davon (z.B. ein Feld, ein Fach), der mehrere Hauptstromkreise umfasst, ist das Verhältnis der größten Summe aller Ströme, die zu einem beliebigen Zeitpunkt in den betreffenden Hauptstromkreisen zu erwarten sind, zur Summe der Bemessungsströme aller Hauptstromkreise der Schaltgerätekombination oder des betrachteten Teiles der Schaltgerätekombination. Anm: Liegen keine Angaben vor, darf die Tabelle 101 aus -2 angewendet werden

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Gemäß DIN EN 61439-2 Energieverteiler & MCC Obere Tabelle kann als Grundlage verwendet werden, falls nichts anderes bekannt ist.  in den Unterlagen angeben

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Begriffe / Definitionen Bemessungsbelastungsfaktor (RDF) gemäß DIN EN 61439-1

Definition ist inhaltlich geblieben (§5.3.3) Ermittlung jetzt durch die genauen Kenntnisse der Lastverhältnisse Ermittlung kann jetzt auch Feld- oder Abschnittsweise ermittelt werden

Der RDF bei Aussetzbetrieb

Beispiel Feld B: Lastverhältnisse: 800, 320, 320A  0,9

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Allgemeine Festlegungen Anforderungen Änderungen in den Bau- und Verhaltensanforderungen  Änderungen bezüglich Schutz gegen elektrischen Schlag  Neue Terminologie der Sicherheitsgrundnormen wurde übernommen und die Anforderungen angeglichen  Geändert: „Schutz gegen direktes Berühren“ und „Schutz gegen indirektes Berühren“ wurden durch die neuen Begriffe „Basisschutz“ and „Fehlerschutz“ ersetzt

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Allgemeine Festlegungen Anforderungen Änderungen in den Bau- und Verhaltensanforderungen  8.6.1 Hauptstromkreise  Mindestquerschnitt für N-Leiter: 50% der Außenleiter (aber nicht kleiner als 16 mm²) früher: mind. 30% des Außenleiterquerschnitts – DIN EN 60439-1

 9.3.4 Koordination von Schutzeinrichtungen  Wenn „back-up“-Schutz angewendet wird, dann ist ein Warnhinweis auf einem Schild an der Anlage oder in der Betriebsanleitung gefordert, daß kein Ersatz einer der Kurzschlussschutzeinrichtungen durch ein Gerät anderen Typs erlaubt ist.

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Aufbau und Konzept der IEC 61439

Struktur der IEC 61439-1 Überblick und Gliederung

1.

Anwendungsbereich

12. Anhänge

2.

Normative Verweisungen

13. Tabellen

3.

Begriffe

14. Bilder

4.

Formelzeichen und Abkürzungen

5.

Kennzeichnende Merkmale von Schnittstellen

6.

Angaben

7.

Betriebsbedingungen

8.

Bauanforderungen

9.

Anforderungen and das Verhalten

10. Bauartnachweise 11. Stücknachweise

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Änderungen der DIN EN 61439-1 (6/2012) vs. DIN EN 61439-1 (6/2010)  Überarbeitung der Betriebsbedingungen in Abschnitt 7 neu: Berücksichtigung übermäßiger Oberwellen in der Versorgungsspannung oder im Laststrom.  zahlreiche Änderungen hinsichtlich der Nachweisverfahren in Abschnitt 10;  Änderung des Stücknachweises hinsichtlich der Luft- und Kriechstrecken (siehe 11.3); neu: Die Einhaltung der Vorgaben bezüglich Kriechstrecken (siehe 8.3.3) muss durch Sichtprüfung nachgewiesen werden. Ist dies durch Sichtprüfung nicht offensichtlich, muss der Nachweis durch physikalisches Messen erbracht werden.  Überarbeitung der EMV-Anforderungen in Anhang J;  neuer Anhang O mit einem Leitfaden für den Nachweis der Erwärmung;  neuer Anhang P mit einem Nachweisverfahren für die Kurzschlussfestigkeit bei Sammelschienen (Integration des Inhalts von IEC/TR 61117)

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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IEC 61439 Teil 1 & 2 NiederspannungsschaltgeräteKombinationen Nachweisführung und deren Dokumentation  Einführung in die Nachweisprüfungen  Bauartnachweise  Stücknachweise  Dokumentation

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Einführung in die Nachweise Begriffsdefinitionen Bauartnachweis: Nachweis an Mustern einer Schaltgerätekombination oder an Teilen von Schaltgerätekombinationen, um zu zeigen, dass die Bauart die Anforderungen der zutreffenden Schaltgerätekombinationsnorm erfüllt Ziel: Nachweis der Übereinstimmung mit den allgemeinen Anforderungen der Norm IEC 61439-1 und der jeweils gültigen Produktnorm IEC 61439 – 2….6

DIN EN 61439-1 §10 Bauartnachweise sind von dem als ursprünglich geltender Hersteller der Schaltgerätekombination durchzuführen Seite 2

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Einführung in die Nachweisprüfungen Begriffsdefinitionen

Bauartnachweis durch:

Prüfung

Prüfung an einem Muster einer Schaltgerätekombination oder an Teilen von Schaltgerätekombinationen

Vergleich

strukturierter Vergleich der geplanten Konstruktion oder von Teilen einer Schaltgerätekombination mit einer Referenzkonstruktion, nachgewiesen durch Prüfung

Begutachtung Seite 3

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Bauartnachweis fester Konstruktionsregeln oder Berechnungen an einem Muster oder an Teilen einer Schaltgerätekombination

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Einführung in die Nachweisprüfungen Begriffsdefinitionen Stücknachweis Nachweis, dem jede Schaltgerätekombination während und/oder nach ihrer Herstellung unterworfen wird, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen der zutreffenden Schaltgerätekombinationsnorm entspricht

Ziel:  Feststellen von Werkstoff- und Fertigungsfehlern  Funktionstüchtigkeit sicherstellen

DIN EN 61439-1 §11 Stücknachweise sind vom Hersteller der Schaltgerätekombination durchzuführen! Seite 4

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Bauartnachweise Möglichkeiten des Nachweises nach IEC 61439 -1 Anhang D  für einige Bauartnachweise gibt es alternative Verfahren  alternative Verfahren sind als gleichwertig angesehen  Auswahl lieg in der Verantwortung des ursprünglichen Hersteller

Prüfung

Vergleich

Bauartnachweis durch:

Begutachtung Seite 5

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Bauartnachweise Möglichkeiten des Nachweises nach IEC 61439 -1 Anhang D Nachzuweisendes Merkmal

Ausnahmen:

Auswahl zum Nachweis Prüfung

Vergleich

Begutachtung

Festigkeit von Werkstoffen

JA

NEIN

NEIN

Schutzart von Gehäusen

JA

NEIN

JA

Luftstrecken

JA

NEIN

NEIN

Kriechstrecken

JA

NEIN

NEIN

Schutz gegen elektrischen Schlag und Durchgängigkeit von Schutzleiterkreisen

JA

NEIN

Einbau von Betriebsmitteln

NEIN

NEIN

JA

Innere elektrische Stromkreise und Verbindungen

NEIN

NEIN

JA

Anschlüsse für von außen eingeführte Leiter

NEIN

NEIN

JA

Isolationseigenschaften

JA

NEIN

NEIN

Erwärmungsgrenzen

JA

JA

JA

Kurzschlussfestigkeit

JA

JA

NEIN

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

JA

NEIN

JA

Mechanische Funktion

JA

NEIN

NEIN

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2.)

1.)

1.) UV-Strahlung / Wiederstandsfähigkeit gegen außergewöhnliche Wärme und Feuer 2.) Kurzsschlussfestig. des Schutzleiters 3.) Stoßspannungsfestigkeit

NEIN

3.)

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3

Bauartnachweise Übersicht 13 durchzuführende Bauartnachweise nach IEC 61439-1 1

Konstruktion

2

Verhalten

1.1

Festigkeit von Werkstoffen und Teilen

2.1

Isolationseigenschaften

1.2

Schutzart von Gehäusen

2.2

Nachweis der Erwärmung

1.3

Luft- und Kriechstrecken

2.3

Kurzschlussfestigkeit

1.4

Schutz gegen elektrischen Schlag und Durchgängigkeit von Schutzleiterkreisen

2.4

Elektromagnetische Verträglichkeit

1.5

Einbau von Betriebsmitteln

2.5

mechanische Funktion

1.6

innere elektrische Stromkreise und Verbindungen

1.7

Anschlüsse für von außen eingeführte Leiter

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.1 Festigkeit von Werkstoffen Ziel des Nachweises: Nachweis der mechanischen, elektrischen und thermischen Tauglichkeit von Werkstoffen und Teilen Grundsätzlich: wird ein Gehäuse nach IEC 62208 verwendet sind keine weiteren Prüfungen für die „Festigkeit von Werkstoffen“ erforderlich! Hinweis: IEC 62208 - Leergehäuse für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen Allgemeine Anforderungen Beispiel SIEMENS.: IEC Wandverteiler Alpha Box nach IEC 62208

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.1 Festigkeit von Werkstoffen Falls kein Gehäuse nach IEC 62208 verwendet wird:  Korrosionsbeständigkeit; bei Gehäusen aus Eisenmetallen  Eigenschaften von Isolierwerkstoffen, Wärmebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen außergewöhnliche Wärme  Beständigkeit gegen ultra-violette (UV-)Strahlung; nur bei Gehäusen in Freiluftaufstellung, die mit Isolierstoff beschichtet sind Ausnahme: Diese Prüfung braucht nicht durchgeführt zu werden, wenn der ursprüngliche Hersteller Daten des Werkstofflieferanten vorweisen kann, die zeigen, dass der Werkstoff in derselben Art und Dicke oder dünner mit den Anforderungen übereinstimmt

 Anheben; optional, wenn gefordert  Schlagprüfung; bei Energieschaltgeräte-Kombinationen nach IEC 61439-2 optional, falls gefordert  Aufschriften; nur für Aufschriften die durch Formgebung, Einpressen, Gravieren hergestellt werden

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.2 Schutzart von Gehäusen Grundsätzlich: Die Prüfung der Schutzart (IP) braucht an bereits nach IEC 62208 geprüften Gehäusen nicht durchgeführt werden! Begutachtung:  Wenn ein Leergehäuse nach IEC 62208 verwendet wird, muss ein Nachweis durch Begutachtung durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass jede äußere Veränderung, die vorgenommen wurde, die Schutzart nicht beeinträchtigt. In diesem Fall ist keine weitere Prüfung erforderlich Prüfung:  Falls kein Gehäuse nach IEC 62208 verwendet wird:  Durchführung einer Prüfung nach IEC 60529 (Schutzarten durch Gehäuse – IP Code)

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.3 Luft- und Kriechstrecken Ziel: Gewährleistung der Isolationskoordination mit der Installation bei Verschmutzung (Kriechstrecken) und Überspannungen (Luftstrecken) Grundsätzlich: Luft- und Kriechstrecken müssen nach Anhang F in der IEC 61439-1 gemessen werden! Messung von Luft- und Kriechstrecken – Tabelle F.1 Anhang F

Verschmutzungsgrad 3 ist der übliche Wert in der Industrie!

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.4 Schutz gegen elektrischen Schlag und Durchgängigkeit von Schutzleiterkreisen Ziel: Wirksamkeit der Schutzfunktion im Fehlerfall  bei inneren Fehlern im Schaltschrank (1)  bei äußeren Fehlern in Stromkreisen die vom Schaltschrank gespeist werden (2) (1) Durchgängige Verbindung des Schutzleiters zu den leitfähigen Teilen im Schaltschrank (Schutz bei inneren Fehler)  Alle leitfähigen Teile müssen mit dem Schutzleiter verbunden sein  max. Widerstand R ≤ 0,1 Ω des Stromkreises  Nachweis mittels Widerstandmessgerät (AC oder DC) mit mind. 10A; Strom fließt von jedem Körper zum Anschluss für den äußeren Schutzleiter

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.4 Schutz gegen elektrischen Schlag und Durchgängigkeit von Schutzleiterkreisen (2) Kurzschlussfestigkeit des Schutzleiterkreises (Schutz bei äußeren Fehlern) a) Nachweis durch Vergleich mit einer geprüften Referenzkonstruktion – I. mittels einer Checkliste (Tabelle 13 IEC 61439-1) Erfüllung der Punkte 1 – 6 und 8 – 10 II. Mittels Berechnung  Übereinstimmung mit „Nachweis der Kurzschlussfestigkeit von Sammelschienenanordnungen durch Vergleich mit einer geprüften Referenzkonstruktion“  zusätzlich Erfüllung der Punkte 6 – 10 der Checkliste (Tabelle 13 IEC 61439-1) b) Nachweis durch Prüfung der Kurzschlussfestigkeit Prüfung nach IEC 61439-1 §10.11.5.6 Prüfung des Schutzleiterkreises Die Prüfung braucht für Stromkreise die bei der Kurzschlussfestigkeit ausgeschlossen sind nicht durchgeführt werden – Bedingung siehe Punkt 2.3 der Bauartnachweise

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.5 Einbau von Betriebsmitteln Grundsätzlich: Nachweis erfolgt durch Begutachtung der Bauanforderungen (IEC 61439-1 Kap. 8) Beim Einbau sind die Vorgaben des Herstellers zu beachten! Elektromagnetische Verträglichkeit: a) Überprüfung durch Besichtigung der festgelegeten Umgebung (A oder B) mit den eingebauten Betriebsmitteln die EMV-relevant sind b) oder, falls erforderlich mittels EMV-Prüfung bestätigen

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.6 innere Stromkreise und Verbindungen Bauanforderungen für Stromkreise und Verbindungen innerhalb von Schaltschränken:  Hauptstromkreis  Hilfstromkreis  Blanke und isolierte Leiter  Auswahl und Verlegung von nicht geschützten aktiven Leitern, um die Möglichkeit von Kurzschlüssen zu reduzieren  Kennzeichnung der Leiter in Haupt- und Hilfsstromkreisen  Kennzeichnung des Schutzleiters (PE, PEN) und des Neutralleiters (N) in Hauptstromkreisen

Ziel: Überprüfung durch Besichtigung der inneren elektrischen Stromkreise und Verbindungen gemäß den Bauanforderungen (IEC 61439-1 Kap. 8) Seite 15

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Bauartnachweise – Konstruktion 1.7 Anschlüsse für von außen eingeführte Leiter – Kap. 8  Angabe ob Anschlüsse für Kupfer und/oder Aluminium  wenn nichts anderes vereinbart, müssen Kupferquerschnitte (min. und max. Anschlüsse) lt. Anhang A ausgelegt sein (gilt nicht für Stromkreise Icn ≤ 1A und Udc ≤ 120V bzw. Uac ≤ 50V)  bei Anschluss von Aluminium müssen Vereinbarungen für Art, Größe und Anschlusstechnik vereinbart werden  N-Leiter mind. 50% des Außenleiterquerschnittes aber nicht kleiner als 16mm² N-Leiter Querschnittreduzierung erst ab 16mm² des Außenleiters erlaubt  Kennzeichnung von Anschlüssen für von außen eingeführte PE Leiter mit Kennzeichnung entfallen

; kann bei Grün-Gelb

 Anschlussquerschnitt für von außen eingeführte Kupfer-PE Leiter nach Tabelle 5 Ziel: Überprüfung durch Besichtigung der Anschlüsse für von außen eingeführte Leiter (IEC 61439-1 Kap. 8) Seite 16

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Bauartnachweise – Verhalten 2.1 Isolationseigenschaften Grundsätzlich: a) Jeder Stromkreis muss für folgende Überspannungen ausgelegt sein  zeitweiligen Überspannungen  Prüfung durch betriebsfrequente Spannungsfestigkeit  transienten Überspannungen  Prüfung durch Stoßspannungsfestigkeit b) Alle elektrischen Betriebsmittel müssen angeschlossen werden Ausnahme:  Geräte die für eine kleiner Prüfspannung konstruiert sind  Geräte, die einen Stromfluss verursachen (Wicklungen, Messgeräte, Überspannungsschutzgeräte…) Seite 17

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Bauartnachweise – Verhalten 2.1 Isolationseigenschaften I. Betriebsfrequente Spannungsfestigkeit (Nachweis muss durch Prüfung erfolgen!) a) Haupt-, Hilfs- und Steuerstromkreise, die am Hauptstromkreis angeschlossen sind  Prüfung nach Tabelle 8 b) AC / DC Steuerstromkreise, die nicht am Hauptstromkreis angeschlossen sind  Prüfung nach Tabelle 9 c) Anlegen der Prüfspannung mit max. 50% des Endprüfwertes; gleichmäßige Erhöhung und für mind. 5s – max. 7s beibehalten

Ergebnis:  es darf zu keinem Durchschlag kommen (Isolationsfehler)  das Überstromrelais darf nicht auslösen Seite 18

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Bauartnachweise – Verhalten 2.1 Isolationseigenschaften II. Stoßspannungsfestigkeit (Nachweis erfolgt durch Prüfung oder Begutachtung!) a) Nachweis durch Prüfung:  Stoßspannungsgenerator mit Prüfspannung gemäß Tabelle 10  1,2/50 µs Stoßspannung  fünfmal mit jeder Polarität, in Intervallen von mindestens 1 s Alternative betriebsfrequente Spannungsprüfung:

Alternative Prüfung mit Gleichspannung:

 Sinusförmige Prüfspannung, Ausgangsstrom ≥ 200mA  Höhe der Prüfspannung gemäß Tabelle 10  einmaliges Anlegen für mindestens 15ms

 Prüfgleichspannung, Ausgangsstrom ≥ 200mA  Höhe der Prüfspannung gemäß Tabelle 10  einmaliges Anlegen je Polarität; 15ms ≥ t ≤ 100ms

Ergebnis:  es darf zu keinem Durchschlag kommen (Isolationsfehler)  das Überstromrelais darf nicht auslösen Seite 19

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Bauartnachweise – Verhalten 2.1 Isolationseigenschaften b) Nachweis durch Begutachtung:  Luftstrecken müssen mindestens den 1,5 fachen Wert nach Tabelle 1 haben  Alternativ zur Messung der Luftstrecken können Maße in der Konstruktionszeichnung überprüft werden  Betriebsmittel müssen für die festgelegte Bemessungsstoßspannungsfestigkeit Uimp geeignet sein

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Übersicht 3 Alternativen für den Nachweis: Prüfung, Vergleich, Begutachtung InA

a.) Prüfung b.) Vergleich c.) Begutachtung

1600 A a.)

*) Einschränkungen 630 A

a.) b.) c.) *

a.) b.) c.)*

b.)

unterschiedliche InA für SK Seite 21

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Prüfung Nachweis durch Prüfung  Nachweismöglichkeit für alle Schaltgerätekombinationen InA >1600A  Regeln für die Auswahl von Prüflingen (worst-case-Prüfung)  Regeln für die Prüfung vollständiger Schaltgerätekombinationen  Regeln für separate Prüfung von Hauptsammelschienen, Verteilschienen und Funktionseinheiten

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Prüfung Auswahl einer repräsentativen Anordnung Prüfung der Hauptsammel-schienen  Ungünstigste Varianten unter worst caseBedingungen  Unabhängig vom Feldtyp aber gültig für alle Felder

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Felder mit einer Funktionseinheit

Prüfung der Feldtypen  ungünstigste Varianten unter worst case-Bedingungen  gültig für alle Varianten des Feldtyps

Prüfung der Feldverteilschienen Felder  ungünstigste Varianten unter mit mehreren worst case-Bedingungen Funktionseinheiten  unabhängig von Varianten und Anordnung der Funktionseinheiten aber gültig für alle Varianten

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Prüfung von Funktionseinheiten  ungünstigste Varianten unter worst case-Bedingungen  gültig für alle Varianten von Funktionseinheiten

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Prüfung Tabelle 6, IEC 61439 – gilt für eine max. Umgebungstemperatur von ≤ 35°C Teile der Schaltgerätekombination

Grenzübertemperatur [K]

eingebaute Betriebsmittel Anschlüsse zu/abgehender isolier. Leiter Stromschienen, Leiter, Steckkontakte, austauschbarer Teile

Entsprechend ihrer Bestimmungen 70K ( z.B.: 35 + 70 = 105 °C) Begrenzt durch:  Mechanische Festigkeit  Einfluss auf benachbarte Betriebsmittel  Grenztemperatur der Isolierstoffe  Angeschlossene Betriebsmittel  Kontaktmaterial bei Trennkontakten Bedienteile Metall 15K (z.B.: 35+15=50 °C) Isolierstoff 25K (z.B.: 35+25=60 °C) Berührbare Außenflächen Metall 30K (z.B.: 35+30=65 °C) Isolierstoff 40K (z.B.: 35+40=75 °C) Steckverbindungen Begrenzt durch zugeh. Betriebsmittel Innerhalb der SK dürfen an geerdeten Metallteilen höhere Temperaturen auftreten, wenn ein Schaden an eingebauten Betriebsmitteln ausgeschlossen werden kann. Seite 24

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Prüfung  Umgebungstemperatur muss zwischen +10°C bis +40°C liegen  Verwendung von Thermoelementen und Thermometern  Die Werte der Grenzübertemperaturen in Tabelle 6 dürfen nicht überschritten werden  Geräte in der Schaltgerätekombination müssen einwandfrei funktionieren

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Vergleich  Nachweis erfolgt durch einen Vergleich mit einer geprüften Referenzkonstruktion

 Kann verwendet werden für: 1. Schaltgerätekombinationen 2. Sammelschienen 3. Funktionseinheiten

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Vergleich mit einer Schaltgerätekombination  Die Funktionseinheiten müssen zu derselben Gruppe wie die für die Prüfung ausgewählte Funktionseinheit gehören  die Bauart muss dieselbe wie die für die Prüfung verwendete sein  die Gesamtabmessungen müssen gleich oder größer als die geprüften sein  die Belüftung muss genauso oder besser als die geprüfte sein (Zwangsbelüftung oder natürliche Konvektion, gleiche oder größere Lüftungsöffnungen)  die innere Unterteilung (falls vorhanden) muss dieselbe oder geringer sein als bei der Prüfung  die Verlustleistung in demselben Feld muss gleich oder kleiner als bei der Prüfung sein

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Vergleich mit Sammelschienen  Bemessungswerte für Schienen aus Aluminium gelten auch für Schienen auf Kupfer aber nicht umgekehrt  Vergleich mit Prüflingen nach den folgenden Kriterien: Reduzierung einer oder mehrer von Höhe, Breite, Anzahl der Schienen je Leiter, die aber 1. dieselbe Anordnung der Schienen 2. dieselben Leitermittenabstände, 3. das gleiche Gehäuse und 4. das gleiche Sammelschienenabteil (falls vorhanden)  Wenn zusätzlich ein kleinerer Querschnitt als der abzuleitende geprüft wurde, dürfen die Bemessungswerte der dazwischen liegenden Varianten durch Interpolation bestimmt werden

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Vergleich mit Funktionseinheiten  Bemessungsströme aller Funktionseinheiten in der Gruppe müssen berechnet werden  Reduktionsfaktor muss für jede Funktionseinheit bestimmt werden  Der Bemessungsstrom jeder nicht geprüften Funktionseinheit der Gruppe ist der höchstmögliche Strom dieser Funktionseinheit multipliziert mit dem Reduktionsfaktor der geprüften Variante der Gruppe. Funktionseinheiten - Austausch von Geräten Ein Gerät darf durch ein ähnliches Gerät einer anderen Serie als der im ursprünglichen Nachweis verwendeten ersetzt werden, vorausgesetzt  die Verlustleistung und die Erwärmung der Anschlüsse des Geräts bei Prüfung nach dessen Produktnorm sind kleiner oder gleich.  Zusätzlich müssen die physikalische Anordnung in der Funktionseinheit und die Bemessung der Funktionseinheit erhalten bleiben Seite 29

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Bauartnachweis - Verhalten 2.2 Nachweis der Erwärmung - Begutachtung Es sind 2 Rechenmethoden zugelassen: 1. InA ≤ 630A Vergleich der erzeugten Verlustleitstung mit der abgebaren Verlustleistung des Gehäuses 2. InA ≤ 1600A Berechnung über die Verlustleistung und Abstrahlung über das Gehäuse nach IEC 60890 für Schaltgerätekombinationen InA>630A bis 1600A (maximal 3 innere Unterteilungen) Grundsätzlich:  Bemessungsstrom der Stromkreise darf 80 % der konventionellen thermischen Bemessungsströme der Schaltgeräte und elektrischen Betriebsmittel in freier Luft in dem Stromkreis nicht überschreiten.  Alle Leiter müssen einen Mindestquerschnitt entsprechend 125 % des zulässigen Bemessungsstroms haben Seite 30

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit Nachweis der Bemessungsströme des Kurzschlusses durch  Vergleich mit einer Referenzkonstruktion (Checkliste oder Berechnung)  Prüfung Nachweis der Kurzschlussfestigkeit von Stromkreisen entfällt bei: a) Schaltgerätekombinationen mit einer Bemessungskurzzeitstromfestigkeit Icw oder einem bedingten Bemessungskurzschlussstrom Icc von höchstens 10 kA Effektivwert; b) Schaltgerätekombinationen oder Stromkreise von Schaltgerätekombinationen, geschützt durch strombegrenzende Einrichtungen, deren Durchlassstrom beim höchstzulässigen unbeeinflussten Kurzschlussstrom an den Anschlüssen der Einspeisung der Schaltgerätekombination 17 kA nicht überschreitet; c) Für Hilfsstromkreise:

UN ≥ 110V, PN ≤ 10kVA und uk ≥ 4% UN < 110V, PN ≤ 1,6kVA und uk ≥ 4%

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit entfällt – Fall a.) Bemessungskurzzeitstromfestigkeit Icw oder bedingten Bemessungskurzschlussstrom Icc ≤ 10 kA Einspeisung Abgänge Feld A

Feld B

Icp ≤ 10kA Seite 32

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit entfällt – Fall b.) Überstromschutzgeräte: Ipeak ≤ 17kA bei Icp ≥ 10kA

Einspeisung Abgänge Feld A

Feld B Icp ≥ 10kA

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit entfällt – Fall c.) Hilfsstromkreise: UN ≥ 110V, PN ≤ 10kVA und uk ≥ 4% Hilfsstromkreise

UN < 110V, PN ≤ 1,6kVA und uk ≥ 4%

Einspeisung Abgänge Feld A

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Nachweisprüfungen nach IEC 61439-1 & -2

Feld B

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit Beispiel mit SIMARIS curves:  NH-Sicherung 3NA.., 200 A, Icu = 120 kA  Ic = 50 kA  Ic = 16,2 kA Ic ≤ 17 kA kein Nachweis der Kurzsschlussfestigkeit erforderlich!

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit Beispiel mit SIMARIS curves:  Leistungsschalter 3RV1042, 50 A, Icu = 100 kA  Ic = 30 kA  Ic = 16,2 kA Ic ≤ 17 kA kein Nachweis der Kurzsschlussfestigkeit erforderlich!

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit – Vergleich 1. Vergleich mittels Checkliste  Vergleich mit 10 Fragen in der Checkliste der IEC 61439  ist ein Element der Checkliste nicht erfüllt, dann Vergleich durch Berechnung oder Prüfung 2. Vergleich mittels Berechnung (nur für Sammelschienen!)  Nachweis der Kurzschlussfestigkeit von Sammelschienenanordnungen durch Vergleich mittels Berechnung (Anhang P IEC 61439 bzw.  zusätzlich müssen die Punke 6,8,9 und 10 der Checkliste erfüllt sein

Achtung: Vergleich kann nur mit einer bereits geprüften Referenzkonstruktion erfolgen! Seite 37

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Bauartnachweis - Verhalten 2.3 Nachweis der Kurzschlussfestigkeit – Prüfung Nachweis durch Prüfung;  Bei Bauartgleichheit ist die Prüfung an einer Funktionseinheit ausreichend  Prüfung an einer Schiene ausreichend, wenn der Rest ähnliche Konfiguration hat  Stromkreise müssen mit dem höchten thermischen und dynamischen Beanspruchungen getestet werden  Prüfung Hauptstromkreise  Prüfung Neutralleiter (mind. 60% des Außenleiterstromes)  Prüfung des Schutzleiterkreises (mind. 60% Außenleiterstrom) …

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Bauartnachweis - Verhalten 2.4 Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) Grundsätzlich: Nachweis erfolgt durch  Begutachtung (der Bauanforderungen - Kap. 8)  Prüfung lt. Anhang J Nachweis durch Prüfung entfällt, wenn Begutachtung ergibt:  Betriebsmittel sind für die festgelegte Umgebung ausgeführt  der Einbau und Verdrahtung erfolgt nach Herstellervorgaben In allen anderen Fällen  Prüfung nach Anhang J.10.12

 Anforderungen der EMV-R 2004/104/EG sind damit für den Schaltschrank erfüllt! Seite 39

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Bauartnachweis - Verhalten 2.4 Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)  An fertigen Schaltgeräte-Kombinationen brauchen nur dann keine Prüfungen der EMV Festigkeit vorgenommen werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:  die eingebauten Betriebsmittel sind für die entsprechende Umgebung gemäß der zutreffenden EMV-Normen hergestellt  Der Einbau und die Verdrahtung der Komponenten ist nach Angaben der jeweiligen Hersteller ausgeführt (Anordnung in Bezug auf gegenseitige Beeinflussung, geschirmte Kabel, Erdung, …)

 Es werden 2 Umgebungsbedingungen betrachtet  Umgebung A: nichtöffentliche oder industrielle Netze/Bereiche/Einrichtungen (einschließlich starker Störquellen)  entspricht Geräten der Klasse A  Umgebung B: öffentliche Netze, wie z.B. Wohnbereich, Gewerbe, Kleinindustrie. Starke Störquellen (Lichtbogen-Schweißgeräte) werden hier nicht abgedeckt  entspricht Geräten der Klasse B

Der Hersteller der Schaltgeräte-Kombination muss angeben für welche Umgebungsbedingung seine Schaltgerätekombination geeignet ist! Seite 40

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Bauartnachweis - Verhalten 2.4 Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) Störfestigkeit SK ohne eingebaute elektronische Betriebsmittel gelten unter üblichen Betriebsbedingungen als Störfest  kein Nachweis hierfür nötig  diese Geräte haben meist auch keine Angabe für welche Umgebung sie geeignet sind Störaussendung SK ohne eingebaute elektronische Betriebsmittel erzeugen elektromagnetische Störungen nur bei Schaltvorgängen. Diese liegen aber im Bereich weniger Millisekunden. Sie sind auch Teil der üblichen elektromagnetischen Umgebung.  kein Nachweis hierfür nötig  diese Geräte haben meist auch keine Angabe für welche Umgebung sie geeignet sind Seite 41

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Bauartnachweis - Verhalten 2.5 mechanische Funktion Nachweis durch Prüfung  Prüfung entfällt für bereits typgeprüfte Anordnungen und Teile des SK (z.B. Leistungsschalter mit Einschubtechnik)  Prüfung evtl. mechanischer Verriegelungseinrichtungen  Kraftaufwand vor und nach der Prüfung müssen praktisch unverändert sein  Zu prüfende Teile benötigen mind. 200 Betätigungszyklen  Zu prüfende Teile sind:  Gehäuse oder Trennwände  Scharniere und Verriegelungseinrichtungen für Türen  Herausnehmbare Teile einschließlich Kodiereinrichtungen auftretenden  Beanspruchungen standhalten (siehe auch 10.13).  Die mechanische Funktion herausnehmbarer Teile, einschließlich jeglicher Kodiereinrichtung Seite 42

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Stückartnachweise Übersicht Durchzuführende Stückartnachweise nach IEC 61439-1 1

Bauanforderung

2

Verhalten

1.1

Schutzart von Gehäusen

2.1

Isolationseigenschaften

1.2

Luft- und Kriechstrecken

2.2

Verdrahtung, Betriebsverhalten und Funktion

1.3

Schutz gegen elektrischen Schlag und Durchgängigkeit der Schutzleiterkreise

1.4

Einbau von Betriebsmitteln

1.5

Innere elektrische Stromkreise und Verbindungen

1.6

Anschlüsse für von außen eingeführte Leiter

1.7

Mechanische Funktion

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Stücknachweise – Bauanforderungen 1.1 Schutzart von Gehäusen Nachweis erfolgt durch Sichtprüfung  Nachweis des Schutzes gegen mechanische Einwirkungen (falls gefordert) lt. Prüfungsunterlagen  Nachweis das die vorgeschriebene IP-Schutzart des Gehäuses oder von Gehäuseteilen erreicht ist 1. Schutz gegen Berühren aktiver Teile und Eindringen von festen Fremdkörpern 2. Schutz gegen das Eindringen von Wasser Überprüfung durch Sichtkontroller des Schaltschrankes und der Unterlagen  Bei herausnehmbaren Teilen und dem gleichzeitigen Verlust der vorgeschriebenen Schutz sind die Maßnahmen, Kennzeichnungen oder Vereinbarungen in den Unterlagen zu überprüfen

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Stücknachweise – Bauanforderungen 1.2 Luft- und Kriechstrecken Luftstrecken:  Sichtprüfung der Luftstrecken;  Sind die Luftstrecken offensichtlich kleiner als in Tabelle 1 gefordert muss eine Stoßspannungsprüfung durchgeführt werden (siehe Bauartnachweis 2.1 Isolationseigenschaften) Kriechstrecken:  Sichtprüfung der Kriechstrecken;  Falls durch Sichtprüfung nicht offensichtlich muss der Nachweis durch physikalisches Messen erbracht werden

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Stücknachweise – Bauanforderungen 1.3 Schutz gegen elektrischen Schlag und Durchgängigkeit der Schutzleiterkreise Sichtprüfung der geforderten Maßnahmen bezüglich  Basisschutz (Schutz gegen direktes Berühren)  Fehlerschutz (Schutz gegen indirektes Berühren) Nachweis erfolgt durch 1. Sichtprüfung der Schutzleiterkreise; Vorgaben für Schutzleiterkreise müssen erfüllt sein 2. Geschraubte Verbindungen müssen stichprobenartig überprüft werden (korrektes Drehmoment etc…)

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Stücknachweise – Bauanforderungen 1.4 Einbau von Betriebsmitteln Sichtprüfung ob der Einbau und die Kennzeichnung von Betriebsmittel mit den Fertigungsunterlagen übereinstimmen  Einsätze und herausnehmbare Teile (z.B. Entfernung nur im spannungslosen Zustand)  Auswahl von Betriebsmitteln gemäß den gültigen IEC Normen  Einbau gemäß Herstellerangaben  Zugängigkeit gemäß Normenvorgabe bzw. Vereinbarung  Abdeckungen (Ausschluss von Gefährdungen für den Bediener)  Betätigungssinn und Anzeigen von Schaltstellungen (Kennzeichnung)  Leuchtmelder und Drucktaster (Farbgebung)

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Stücknachweise – Bauanforderungen 1.5 Innere elektrische Stromkreise und Verbindungen  Stichprobenartige Überprüfung von Verbindungen ob diese korrekt angezogen wurden  besonderer Wert solle auf geschraubte Verbindungen gelegt werden  Überprüfung der Übereinstimmung von Leitern mit den Fertigungsunterlagen Im Detail betrifft dies:  Hauptstromkreise (Sammelschienen, N- und PEN-Leiter Querschnitt)  Hilfstromkreise  Blanke und isolierte Lieter  Auswahl und Verlegung von nicht geschützten aktiven Leitern hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit von Kurzschlüssen (max. 3m Leiterlänge bis zum nächsten Kurzschlussschutz)  Kennzeichnung der Leiter von Haupt- und Hilfsstromkreisen  Kennzeichnung des PE, PEN und N-Leiters in Hauptstromkreisen Seite 48

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Stücknachweise – Bauanforderungen 1.6 Anschlüsse für von außen eingeführte Leiter Überprüfung von  Anzahl  Typ  Kennzeichnung von Anschlüssen mit den Fertigungsunterlagen der Schaltgerätekombination Beispiele für Überprüfungen:  Anzahl: der anschließbaren Leiter an einer Klemme  Typ: Aluminiumleiter und/oder Kupferleiter  Kennzeichnung:

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und/oder grün-gelbe Kennzeichnung innerhalb der Schaltschrankkombination

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Stücknachweise – Bauanforderungen 1.7 mechanische Funktion Überprüfung der  Wirksamkeit von mechanischen Betätigungselementen, Verriegelungen und Verschlüssen  ggf. auch in Verbindung mit herausnehmbaren Teilen (Baugruppe installiert auf einer Tragekonstruktion)

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Stücknachweise – Verhalten 2.1 Isolationseigenschaften Grunsätzlich:  Prüfung der betriebsfrequenten Isolationsfestigkeit muss an allen Stromkreisen durchgeführt werden  Dauer 1s (nicht min. 5s – max. 7s wie bei Bauartnachweis)  siehe Bauartnachweis 2.1 Isolationseigenschaften Ausnahmen: Hilfsstromkreise, die  mit max. 16 A geschützt sind  einer Funktionsprüfung mit der Bemessungsspannung unterzogen wurden ist eine Prüfung nicht erforderlich Alternative zur Prüfung bei Schaltschränke mit Schutzeinrichtung bis max. 250A in der Einspeisung:  Messung des Isolationswiderstandes mit mind. 500V DC  Isolationswiderstand muss ≥ 1000 Ω/V zwischen den Stromkreisen und Körpern sein Seite 51

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Stücknachweise – Verhalten 2.2 Verdrahtung, Betriebsverhalten und Funktion  Sicherstellung der Kennzeichnung und Dokumentation der Schaltgerätekombination  Bei komplexen Schaltgerätekombination empfiehlt es sich, die Verdrahtung zu überprüfen und eine elektrische Funktionsprüfung durchzuführen. Das Prüfverfahren und die Anzahl der Prüfungen hängen davon ab, ob die Schaltgerätekombination komplizierte Verriegelungen, Ablaufsteuerungen usw. aufweist.   Entscheidung des Herstellers bzw. Vereinbarung zwischen Hersteller und Anwender

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Dokumentation

Gemäß DIN EN 61439-1 muss für die Nachweiseführung ein Prüfbericht erstellt werden! Kapitel 10.1 „Die Referenzkonstruktion, die Zahl der für die Nachweise verwendeten Schaltgerätekombinationen oder von Teilen davon, die Auswahl des Nachweisverfahrens, sofern anwendbar, und die Reihenfolge der Nachweise liegen in der Verantwortung des ursprünglichen Herstellers. Die verwendeten Daten, die Berechnungen und die durchgeführten Vergleiche für die Nachweise der Schaltgerätekombination sind in einem Prüfbericht zu dokumentieren.“ Seite 53

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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Dokumentation gemäß NSPRL Anforderung an die Dokumentation gemäß der Niederspannungsrichtlinie 2006/95/EG

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Dokumentation gemäß Niederspannungsrichtlinie

 Verfahren zur CE - Konformitätserklärung und Kennzeichnung gemäß NSPRL 2006/95/EG 1. Verfahren 2. Konformitätserklärung 3. CE – Kennzeichnung  Beispiel für Konformitätserklärung und CE - Kennzeichnung

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1

Verfahren zur Konformitätsbewertung Die Konformitätsbewertung muss vom Hersteller oder seinem Bevollmächtigen, ansässig in der Gemeinschaft durchgeführt werden. Das Verfahren zur Konformitätsbewertung umfasst im wesentlichen 3 Schritte. 1. Zusammenstellung der technischen Unterlagen

2. Konformitätserklärung

3. CE-Kennzeichnung Diese Verpflichtungen (Verfahren) gelten nicht für den Importeur, der im Allgemeinen keine detaillierte Kenntnis davon hat, welche Richtlinien berücksichtigt oder welche technischen Spezifikationen angewandt wurden. Seite 3

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Dokumentation gemäß NSPRL

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1. Zusammenstellung der technischen Unterlagen Umfang (entspricht Anhang IV NSPRL – interne Fertigungskontrolle) Die technischen Unterlagen umfassen folgendes:  allgemeine Beschreibung des elektrischen Betriebsmittels  Konstruktions- und Fertigungspläne sowie Schaltbilder, aus denen die Anordnung der Bauteile, Baugruppen, Schaltkreise, usw. hervorgeht  Beschreibungen und Erläuterungen zum Verständnis dieser Pläne und Schaltbilder und zum Betrieb des elektrischen Betriebsmittels (Ziel: Verständnis für Dritte muss gegeben sein)  eine Liste der (vollständig oder teilweise) angewandten Normen oder, wenn keine Normen angewandt wurden, eine Beschreibung der Mittel, mit denen die Sicherheitsanforderungen der Richtlinie erfüllt werden,  die Ergebnisse der Konstruktionsberechnungen, der durchgeführten Prüfungen usw.  Prüfberichte (verfügbare Prüfberichte des Herstellers oder von Dritten) Vor dem in Verkehr bringen muss der Hersteller alle technischen Unterlagen zusammenstellen  Nachweis, dass das Produkt der Richtlinie entspricht Seite 4

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Dokumentation gemäß NSPRL

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2

1. Zusammenstellung der technischen Unterlagen Aufbewahrung Aufbewahrung der technischen Unterlagen:  für mind. 10 Jahre durch den Hersteller bzw. Bevollmächtigen  leicht zugänglich (z.B. auch in elektronischer Form)  Importeur oder der verantwortliche Inverkehrbringer hat Aufbewahrungspflicht falls der Hersteller bzw. sein Bevollmächtigter nicht in der Gemeinschaft ansässig ist  muss auf Anfrage der Behörden innerhalb angemessener Zeit zur Verfügung stehen (z.B. innerhalb 2 Wochen)

Seite 5

Stand 03.2015

Dokumentation gemäß NSPRL

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2. Konformitätserklärung Inhalt Die Konformitätserklärung muss beinhalten:  Name und Anschrift des Herstellers oder seines in der Gemeinschaft niedergelassenen Bevollmächtigten  Beschreibung der elektrischen Betriebsmittel  Welche harmonisierten Normen wurden angewandt  Bezugnahme auf die Spezifikationen, die der Konformität zugrunde liegen, falls keine harmonisierten Normen angewandt wurden  Identität des vom Hersteller oder seinem in der Gemeinschaft ansässigen Bevollmächtigten beauftragten Unterzeichners  die beiden letzten Ziffern des Jahres, in dem die CE-Kennzeichnung angebracht wurde

Seite 6

Stand 03.2015

Dokumentation gemäß NSPRL

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3

2. Konformitätserklärung Aufbewahrung Die Konformitätserklärung muss verfügbar sein und aufbewahrt werden durch  Hersteller oder  dessen Bevollmächtigten

ansässig in der Gemeinschaft (EWR)

Wenn beide nicht in der Gemeinschaft ansässig sind, Aufbewahrung eines Exemplares durch  den Importeur oder  für das Inverkehrbringen Verantwortliche Marktaufsichtsbehörden können, wenn nötig, jederzeit eine Kopie der Konformitätserklärung anfordern.

Konformitätserklärung muss in mind. einer der europäischen Amtssprachen verfasst werden. Amtssprachen in der EU: 23 Seite 7

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Arbeitssprachen: 3 (Englisch, Französisch, Deutsch)

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3. CE – Kennzeichnung  Kennzeichnung des elektrischen Betriebsmittels mit CE-Kennzeichnung vor Inverkehrbringen nur durch Hersteller oder sein in der Gemeinschaft niedergelassener Bevollmächtigter  CE-Kennzeichnung am elektrischen Betriebsmittel selbst oder, wenn das nicht möglich ist, auf der Verpackung, der Gebrauchsanleitung oder dem Garantieschein angebracht  Kennzeichnung muss deutlich sichtbar, leserlich und dauerhaft sein  Mindesthöhe 5mm und Einhaltung der Proportionen bei Vergrößerung

Seite 8

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Dokumentation gemäß NSPRL

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4

3. CE – Kennzeichnung Die CE-Kennzeichnung gibt an, dass ein elektrisches Betriebsmittel:  die wesentlichen Anforderungen erfüllt  das Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen hat,die in der Niederspannungsrichtlinie und den anderen für das Produkt geltenden Richtlinien festgelegt sind.  und dessen freier Warenverkehr innerhalb des EWR nur dann eingeschränkt/untersagt werden darf, wenn ein fundierter Verdacht besteht (Vermutungswirksamkeit)

Ja ?

Maschinen Richtlinie Ja ?

Produkt ist Maschine

ATEX Richtlinie Ja ? Explosionsgefährdete Bereiche

EMV - Richtlinie Ja ? Kennzeichnung Erforderlich

NiederspannungsRichtlinie Ja ? Spannung 50 … 1000 Vac 75 … 1500 Vdc

Es ist verboten, Kennzeichnungen anzubringen, deren Bedeutung oder Gestalt mit der Bedeutung oder Gestalt der CE-Kennzeichnung verwechselt werden kann. Seite 9

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Dokumentation gemäß NSPRL

Ja ?

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Beispiele für Konformitätserklärung, Typschild und CE - Kennzeichnung  Konformitätserklärung eines SIVACON Energieverteilers  Beispiel Typenschild einer Niederspannungsschaltgeräte Kombination nach DIN EN 61439-2

Hersteller: Musterschaltschrankbau GmbH Seriennummer: Energieverteiler: 12345 Datum der Herstellung: September 2012 Schaltgerätekombination entspricht der IEC 61439-2

Seite 10

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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Dokumentation der Schaltgerätekombination Anforderung an die Dokumentation gemäß: IEC 60204-1 – elektrische Ausrüstung von Maschinen IEC 61439-1 – Niederspannungsschaltgeräte – Kombinationen

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Dokumentation der Schaltgerätekombination Anforderungen nach DIN EN 60204-1 Die Informationen, die für das Errichten, den Betrieb und die Instandhaltung der elektrischen Ausrüstung einer Maschine erforderlich sind, müssen in geeigneten Ausführungen geliefert werden. Die Informationen müssen in einer vereinbarten Sprache sein. Die zur Verfügung gestellten Informationen dürfen, je nach Komplexität der gelieferten elektrischen Ausrüstung, unterschiedlich sein. Für sehr einfache Ausrüstungen darf die entsprechende Information in einem einzigen Dokument enthalten sein, vorausgesetzt, dass dieses Dokument alle Geräte der elektrischen Ausrüstung aufzeigt und es ermöglicht, die Anschlüsse an das Versorgungsnetz herzustellen. ANMERKUNG: Die technische Dokumentation, die mit Teilen der elektrischen Ausrüstung bereitgestellt wird, kann Teil der Dokumentation der elektrischen Ausrüstung der Maschine bilden.

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Dokumentation der Schaltgerätekombination

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1

Dokumentation der Schaltgerätekombination Anforderungen nach DIN EN 60204-1         

Umfassende Beschreibung der Ausrüstung Betriebshandbuch, Handbuch für Instandhaltung Stückliste Hinweise zu Errichtung / Montage / Anschluss an elektrische Versorgung Wo zutreffend z.B. – Angaben zur physikalischen Umgebung, Übersichts-(Block-)Schaltplan, Programmierung, Überprüfungsintervallen ect. Stromlaufplan Beschreibung der Schutzeinrichtungen (verriegelte Funktionen für koordiniert zusammenarbeitende Maschinen ect.) Technische Schutzmaßnahmen Informationen zu Handhabung, Transport, Lagerung

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Dokumentation der Schaltgerätekombination

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Dokumentation der Schaltgerätekombination Anforderungen nach DIN EN 61439-1  Alle kennzeichnenden Merkmale der SK müssen in der technischen Dokumentation enthalten sein  Hinweise zu Transport, Handhabung, Aufstellung, Betrieb und Wartung  Identifizierung von Geräten, Bauteilen, Stromkreisen (Stückliste, Aufbauzeichnung, Stromlaufplan, Klemmenplan) Hinweis: Keine gesonderten Anforderungen für Energie-Schaltgerätekombinationen (DIN EN 61439-2)

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2

Dokumentation der Schaltgerätekombination Auswahl kennzeichnender Merkmale einer Schaltgerätekombination nach DIN EN 61439-1  Bemessungswerte für Spannungen - wie Bemessungsspannung der SK, Bemessungsbetriebsspannung von Stromkreisen der SK, Bemessungsisolationsspannung…  Bemessungswerte für Ströme (InA, Inc, Ipk, Icw, Icc)  Bemessungsbelastungsfaktor RDF (auch für Gruppen von Stromkreisen)  Bemessungsfrequenz fn  Verschmutzungsgrad, Schutzart (IP-Code)  System nach Erdverbindung (Netzform)  Einteilung nach EMV (Umgebungsbedingung A oder B)  Art der Kurzschluss-Schutzeinrichtung (-en)  Schutz gegen elektrischen Schlag  Gesamtabmessung, Masse ect.

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Dokumentation der Schaltgerätekombination

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(1)…kurzer Ausflug in die Art der Kurzschluss-Schutzeinrichtung(-en) gemäß DIN EN 61439-1 Bei Schaltgerätekombinationen mit einem KurzschlussSchutzeinrichtung in der Einspeisung sollte der Anwender den Wert des unbeeinflussten Kurzschlussstromes angeben, der an den Eingangsanschlüssen der Schaltgerätekombination auftreten kann. Folge: Hersteller muss Kennzeichnung oder Dokumentation bereitstellen, die die Kurzschlussfestigkeit der Schaltgerätekombination angibt, für die die Kurzschluss-Schutzeinrichtung in der Einspeisung Schutz bietet. bietet.

Seite 6

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Dokumentation der Schaltgerätekombination

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(2)…kurzer Ausflug in die Art der Kurzschluss-Schutzeinrichtung(-en) gemäß DIN EN 61439-1 Bei Schaltgerätekombinationen ohne eingebaute Kurzschluss Schutzeinrichtung in der Einspeisung muss der Hersteller der Schaltgerätekombination die Kurzschlussfestigkeit in einer oder mehreren der folgenden Arten angeben: a) die Bemessungskurzzeitstromfestigkeit (Icw) zusammen mit der zugehörigen Dauer und die Bemessungsstoßstromfestigkeit (Ipk) b) die bedingte Bemessungskurzschlussstromfestigkeit (Icc)

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(2)…kurzer Ausflug in die Art der Kurzschluss-Schutzeinrichtung(-en) gemäß DIN EN 61439-1

Icw Icc

SIEMENS Katalogauszug LV10.1 Seite 8

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination  Anforderungen nach DIN EN 60204-1  Anforderungen nach DIN EN 61439-1

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination Allgemein Kennzeichnungen, Typenschilder, Warnschilder müssen:  von ausreichender Dauerhaftigkeit sein  lesbar angebracht sein

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination Zusätzliche Anforderungen nach DIN EN 60204-1 (16.4) Der Schaltschrank ist mit einem Typschild zu versehen, welches nach dem Einbau leicht erkennbar ist. Das Typschild muss am Gehäuse im Bereich der Einspeisung angebracht sein.  Name oder Firmenzeichen des Herstellers / Lieferanten  wenn erforderlich Zulassungszeichen  Seriennummer / Typbezeichnung  Bemessungsspannung, Phasenzahl, Frequenz (bei Wechselspannung), Volllaststrom für die Einspeisung/-en  Kurzschluss-Auslegung der Ausrüstung  Nummer der Hauptdokumentation Hinweis: Volllaststrom unter üblichen Betriebsbedingungen (Gleichzeitigkeitsfaktor / RDF beachten) Seite 3

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination Anforderungen nach DIN EN 61439-1 Der Hersteller des Schaltschrankes muss jeden Schaltschrank mit einer oder mehreren Aufschriften dauerhaft so versehen, dass diese bei angeschlossenem Schaltschrankes im Betrieb lesbar sind:  Name des Herstellers des Schaltschrankes oder Warenzeichen  Typenbezeichnung / Kennnummer, aufgrund derer die notwendigen Informationen vom Hersteller des Schaltschrankes angefordert werden können  Kennzeichnung zur Feststellung des Herstelldatums  IEC 61439-X (der zutreffende Teil ist anzugeben) Hinweis: Die zutreffende Schaltschrank - Norm darf festlegen, ob weitere Angaben auf dem Bezeichnungsschild angegeben werden müssen Seite 4

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination

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Kennzeichnung der Schaltgerätekombination Anforderungen nach DIN EN 61439-2 Angaben auf dem Bezeichnungsschild für Energie-Schaltgerätekombinationen

 Name des Herstellers des Schaltschrankes oder Warenzeichen  Typenbezeichnung / Kennnummer, aufgrund derer die notwendigen Informationen vom Hersteller des Schaltschrankes angefordert werden können  Kennzeichnung zur Feststellung des Herstelldatums  IEC 61439-2 Beispiel:

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Hersteller: Musterschaltschrankbau GmbH Seriennummer: Energieverteiler: 12345 Datum der Herstellung: September 2012 Schaltgerätekombination entspricht der IEC 61439-2

Kennzeichnung der Schaltgerätekombination

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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Tools zur Unterstützung bei der Dokumentation  SIMARIS software Tools  CAx – Online Generator

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SIMARIS Software Tools SIAMRIS design:  Netzberechnung und Berechnung von Kurzschlussstrom

SIMARIS curves:  Visualisieren und Bewerten von Kennlinien

Download: www.siemens.de/simaris Seite 2

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Tools zur Unterstützung bei der Dokumentation

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SIMARIS design Funktionalitäten  Dimensionierung elektrischer Netze auf der Basis realer Produkte von der Mittelspannung bis zur Verbraucherebene inklusive automatischer Auswahl geeigneter Betriebsmittel  Dimensionierung erfolgt nach anerkannten Regeln der Technik und gültigen Normen (VDE, IEC)  Freie Definition der Netzbetriebsarten und Schaltzustände  Berechnung von Kurzschlussstrom, Lastfluss, Spannungsfall und Energiebilanz  Berücksichtigung des erforderlichen Personen-, Kurzschluss- und Überlastschutzes  Berücksichtigung des erforderlichen Blitz- und Überspannungsschutzes möglich  Darstellung der Schienenverteiler- Systeme für Energietransport und -verteilung  Diverse Ausgabevarianten zur Dokumentation

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Tools zur Unterstützung bei der Dokumentation

SIMARIS design Varianten

alle Funktionen zur Dimensionierung der elektrischen Energieverteilung

besondere elektrotechnische Funktionalitäten

Online-Registrierung

SIMARIS design professional





gegen Schutzgebühr

SIMARIS design



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kostenlos

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SIMARIS curves Funktionen  Visualisierung und Bewertung von Auslösekennlinien von Niederspannungs-Schutzgeräten und Sicherungen (IEC) inklusive der Möglichkeit zur Simulation von Geräteeinstellungen  Visualisierung von Durchlassstrom- und Durchlassenergiekennlinien  Übersichtliche Produktauswahl per Bestellnummer oder Auswahlhilfe  Speichern ausgewählter Geräte als Favoriten  Abspeichern mehrerer Kennlinien inkl. Einstellungen als Gesamtprojekt  Berücksichtigung länderspezifischer Produktportfolien  Komfortable Dokumentation

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SIMARIS curves Kennliniendarstellung SIMARIS curves 2.x

Anzeige von Auslöse-, Durchlassstrom- bzw. Durchlassenergiekennlinie

Produktsuche per Bestellnummer oder Katalog

Simulation von Geräteeinstellungen

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CAx-Onlinegenerator – Ihr Informationsarchiv Ausgangssituation: Eine einzelne Artikelnummer oder eine Liste von Siemens Bestellnummern (MLFB) für eine Anwendung oder ein Projekt. Herausforderung: Individueller Informationsbedarf - Produktinformationen technischer oder kommerzieller Natur wie z. B:  Produktfoto  Datenblatt (mehrsprachig)  Zertifikate / Zulassungen / Konformitätserklärungen  Kennlinien  Engineering Daten für CAD- oder CAE-Systeme  usw… Lösung: Nutzen Sie unseren CAx-Onlinegenerator – hier finden Sie schnell und einfach alle verfügbaren Infos in einem Auswahlvorgang Seite 7

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CAx-Onlinegenerator – Ihr Informationsarchiv CAx-Datenarten – Die Informationsarten

3D-Modell

Produktgrafik

Produktdatenblatt

Betriebsanleitung

Kommerzielle Daten

Schaltwegdiagramm (nur für Positionsschalter relevant) Technische Daten Anschlussbild 2D-Maßzeichnung

Handbuch

EPLANMakros

Geräteschaltplan Kennlinien

Produkt CAx-Daten

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Zertifikate/ Approbationen

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CAx-Onlinegenerator CAx-Warenkorb Direktlink

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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Beispiel für interne Dokumentation nach NSPRL und DIN EN 61439-1 anhand eines Musterschrankes  Musterschrank und Spezifikation  Nachweise nach DIN EN 61439-1/-2  Dokumentationshinweise nach DIN EN 61439-1  Dokumentationshinweise nach NSPRL 2006/95/EG

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Dokumentation gemäß Europäischer NSP-RL 2006/95/EG

1. Zusammenstellung der technischen Unterlagen

2. Konformitätserklärung

3. CE-Kennzeichnung

Diese Verpflichtungen (Verfahren) gelten nicht für den Importeur, der im Allgemeinen keine detaillierte Kenntnis davon hat, welche Richtlinien berücksichtigt oder welche technischen Spezifikationen angewandt wurden. Seite 2

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Beispiel für interne Dokumentation anhand eines Musterschrankes

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Dokumentation gemäß Norm

Gemäß DIN EN 61439-1 muss für die Nachweiseführung ein Prüfbericht erstellt werden! Kapitel 10.1 „Die Referenzkonstruktion, die Zahl der für die Nachweise verwendeten Schaltgerätekombinationen oder von Teilen davon, die Auswahl des Nachweisverfahrens, sofern anwendbar, und die Reihenfolge der Nachweise liegen in der Verantwortung des ursprünglichen Herstellers. Die verwendeten Daten, die Berechnungen und die durchgeführten Vergleiche für die Nachweise der Schaltgerätekombination sind in einem Prüfbericht zu dokumentieren.“

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Beispiel für interne Dokumentation anhand eines Musterschrankes

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Beispiele für die Dokumentation: Die folgenden Vorschläge für eine normen- und richtlinienkonforme Dokumentation erhalten Sie am Ende dieses Seminars: Allgemeine Konformitätserklärung

EG Konformitätserklärung

Beispiel für Anlagendoku.

Checkliste Bauartnachweis

Checkliste Stücknachweis

Prüfbericht für Stücknachweis

Prüfbericht für Bauartnachweis Seite 4

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Beispiel für interne Dokumentation anhand eines Musterschrankes

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Spezifikation Niederspannungsschaltgeräte-Kombination nach IEC 61439-1/-2 Projekt: Siemens Beispielprojekt SPS 2012  Bemessungsstrom: InA = 100 A  Aufstellungshöhe ≤ 1000 m  Verschmutzungsgrad: 3  Überspannungskategorie: 3  Umgebungstemperatur: T = 20°C  IP-Schutzart: IP54  Prospektiver Kurzschlussstrom an den Eingangsklemmen: Icp = 10 kA …

Spezifikation durch den Auftraggeber gemäß IEC 61439-0 „Specifier‘s Guide“! Seite 5

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Beispiel für interne Dokumentation anhand eines Musterschrankes

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Spezifikation - Musterschrank

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Allgemeine Konformitätserklärung nach ISO/IEC 17050 Eine Konformitätserklärung eines Anbieters ist eine Form der Bestätigung der Konformität, die:  die Forderung des Marktes und  von Regierungsstellen nach Vertrauen erfüllt. Die Akzeptanz der Konformitätserklärung eines Anbieters könnte verstärkt werden, indem die Angaben:  auf die der Anbieter seine Erklärung gründet  als Dokument bereitgehalten und  auf Wunsch verfügbar gemacht wird

Empfehlung, falls ein Export außerhalb des EWR (europäischer Wirtschaftsraum) erfolgt! Seite 7

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EG - Konformitätserklärung Beispiel für EG-Konformitätserklärung:  nach Niederspannungs-Richtlinie 2006/95/EG  nach EMV-Richtlinie 2004/104/EG  nach IEC 61439-1/-2 / EN 61439-1/-2 / VDE 0660 Teil 600-1/-2

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Schaltpläne

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Datenblätter, Kennlinien, Zertifikate…etc.

Kennlinien

Handbuch

Zertifikate/Approbationen

Produktdatenblatt

Technische Daten

Betriebsanleitung

Kommerzielle Daten

CAx – Warenkorb für SIEMENS Musterschrank SPS 2012

Einfache und schnelle Sammlung von notwendigen technischen Daten mit dem CAx-Online Generator von SIEMENS Seite 10

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Datenblatt Beispiel am Kompaktabzweig 3RA6

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Datenblatt Beispiel am Umrichter SINAMICS G120

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Datenblatt Beispiel am Schaltschrankgehäuse – TS8

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Anlagendokumentation

Individuelle Erstellung von Anlagendokumentation für den Endkunden mit dem SIEMENS Tool „My Documentation Manager“

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Prüfungen, Berechnungen (Nachweise nach DIN EN 61439-1/-2)

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Checklisten für die Bauart- und Stücknachweise

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Fragen? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Hinweis / Haftungsauschluss Die Schaltungsbeispiele und Interpretationen der Norm sind unverbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit hinsichtlich Konfiguration und Ausstattung sowie jeglicher Eventualitäten. Sie stellen keine kundenspezifische Lösungen dar, sondern sollen lediglich Hilfestellung bieten bei typischen Aufgabenstellungen. Jeder Anwender dieser Präsentation ist für den sachgemäßen Betrieb der beschriebenen Produkte selbst verantwortlich. Diese Präsentation enthebt Sie nicht der Verpflichtung zu sicherem Umgang bei Anwendung, Installation, Betrieb und Wartung. Durch Nutzung dieser Präsentation erkennen Sie an, dass Siemens über die oben beschriebene Haftungsregelung hinaus nicht für etwaige Schäden haftbar gemacht werden kann. Wir behalten uns das Recht vor, Änderungen an dieser Informations-Unterlage jederzeit ohne Ankündigung durchzuführen. Viele Tabellen und Texte in dieser Beschreibung wurden während der Erstellung direkt aus den entsprechenden Normen entnommen. Jeder Anwender dieser Unterlage muss stets prüfen, ob die zitierten Stellen noch aktuell sind. Die endgültige Entscheidung, ob eine Anwendung den gültigen Normen entspricht obliegt dem Anwender dieser Unterlage. Die Vervielfältigung dieser Präsentation wie auch deren Weitergabe, Verwertung und Mitteilung ihres Inhalts an Dritte ist nicht gestattet. © Siemens AG 2015. Alle Rechte vorbehalten.

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Technical Assistance Industrielle Schalttechnik und Niederspannungsenergieveteilung Breslauer Straße 5 90766 Fürth Telefon: +49 911-895 5900 E-Mail: [email protected]

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