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Curaplan aktuell Ausgabe 1/2011 Für Teilnehmerinnen an AOK-Curaplan Brustkrebs MEDIZINISCHE VERSORGUNG Alles unter einem Dach Brustzentren mit Zertifi...

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Curaplan aktuell Ausgabe 1/2011

Für Teilnehmerinnen an AOK-Curaplan Brustkrebs

Foto: AOK Hessen

Dr. Michael Karner leitet die Hauptabteilung Integratives Leistungsmanagement der AOK-Hessen

Willkommen bei Curaplan aktuell, dem News­let­ ter Ihrer AOK zum Thema Brustkrebs.

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Damit möchten wir Sie in den ver­ schiedenen Pha­sen der Erkran­kung begleiten und neugierig ma­chen auf Dinge, die Ihnen den Alltag erleich­ tern. Natürlich befasst sich Curaplan aktuell auch mit Fragen aus Medizin und Forschung. Im Vor­der­grund steht dabei immer die Fra­ge: Wel­chen Nut­ zen haben Sie und Ihre Angehörigen davon? Damit Sie den Newsletter kennenlernen, erhalten Sie diese erste Ausgabe per Post. Künftig möchten wir Ihnen Curaplan aktuell einmal im Quartal per E-Mail zusenden. Melden Sie sich gleich an: www.aok.de/hessen/curaplan-aktuell Herzlichst, Ihr

Dr. Michael Karner

Fragen oder Anregungen? Rufen Sie uns an: 0180 1188111* oder schreiben Sie eine E-Mail an

c u r a p l a n @ h e. a o k . d e *3,9ct/Min. aus dem dt. Festnetz; Mobilfunkhöchstpreis 42ct/Min. Flatratekunden wählen 06404 924 2000

MEDIZINISCHE VERSORGUNG

Alles unter einem Dach Brustzentren mit Zertifikat sichern nahezu flächendeckend eine optimale und möglichst schonende Behandlung bei Brustkrebs. In Deutschland gibt es rund 250 dieser von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifizierten Zentren. „Sie stellen sicher, dass Radiologe, Operateur, Pathologe, Strahlentherapeut und oft auch Chemotherapeut sich hinsichtlich der Befunde und der weiteren Behandlung in Tumorkonferenzen miteinander abstimmen“, erklärt Dr. Martina Dombrowski, Chefärztin und Leiterin des Brustzentrums am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau in Berlin. Außerdem erfüllen Brustzentren hohe fachliche Anforderungen, bieten psychoonkologische Unterstützung und verfügen über ein anerkanntes Qualitätsmanagement.

herkömmlichen Kliniken. „Da wir es täglich mit Brustkrebspatientinnen zu tun haben, verfügen wir über die notwendige Fachkenntnis“, sagt Dr. Dombrowski. Etwa 90 Prozent der Patientinnen erhalten ihre definitive Diagnose vor der Operation. „Wir haben die Geräte und auch die Erfahrung, um kleine Tumore und Wächterlymphknoten vor einem Eingriff sicher zu markieren und können so bei einer OP möglichst schonend vorgehen“, nennt sie als Beispiel.

Die medizinische Erfahrung und Ausstattung, gebündelt an einem Ort, sind wesentliche Vorteile solcher Abteilungen im Vergleich zu

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Alle Schritte von der Diagnose bis zur Nachbehandlung werden in Brustzentren optimal organisiert. „Weiter optimieren und enger begleiten müssen wir den Übergang der Patientin in die Nachsorge“, sagt Dr. Dombrowski.  sd

Info und Adressen: www.senologie.org (e Brustzentren e zertifizierte Brustzentren oder e Zertifizierungsrichtlinien)

Ein Service Ihrer AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen

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Ausgabe 1/2011

ANTIHORMONTHERAPIE

Der Arzt hat hier eine Schlüsselfunktion. Das beginnt mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, weil nur er gravierende

Kurz notiert

Mit Silikon zufriedener Patientinnen, deren Brust mit einem Implantat wiederaufgebaut wird, können zwischen Implantaten mit Silikon oder Kochsalz wählen. Eine US-Studie belegt, dass Frauen mit Silikonimplantaten zufriedener sind. Als Vorteil wurde genannt, dass sich die Brust damit natürlicher anfühlt. Mehr Infos: www.brustkrebs-studien.com (e Aktuelles)

Krebs-Wörterbuch Die Deutsche Krebshilfe hat in der Reihe der „Blauen Ratgeber“ ein Krebs-Wörterbuch herausgegeben. Darin sind die wichtigsten Fachbegriffe und Abkürzungen so erläutert, dass auch ein Laie sie versteht. Das Wörterbuch gibt es kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe. Mehr Infos: www.krebshilfe.de (e Die blauen Ratgeber e Krebs-Wörterbuch)

Nebenwirkungen abklären und behandeln kann. Außerdem kennt er oft Wege, Nebenwirkungen zu behandeln. Ein Beispiel dafür sind Gelenkschmerzen bei der Gabe von Aromatasehemmern: Manchmal genügt der Umstieg auf ein anderes Präparat, oft hilft eine Schmerztherapie. Wichtig ist auch, dass der Arzt klärt, ob es sich tatsächlich um Nebenwirkungen handelt oder ob die Schmerzen andere Ursachen haben. Gegen Wechseljahrsbeschwerden können die Patientinnen selbst viel tun, ohne gleich rezeptfreie Arzneien zu kaufen. Deren Einnahme muss unbedingt mit dem Arzt abgeklärt werden, weil sie die Wirkung der Antihormontherapie beeinflussen können. Eigeninitiative ist dennoch gefragt: Regelmäßige Bewegung im Freien, viel Obst und Gemüse sowie geregelte Essenszeiten helfen, das Gewicht zu halten. Sport macht gute Laune. Entspannung beugt Hitzewallungen vor. Erleichterung verschaffen auch

Antihormone hemmen das Wachstum einiger Tumore, haben aber auch Nebenwirkungen.

gut gelüftete Räume und das Tragen mehrerer Kleidungsschichten, um bei Bedarf etwas ausziehen zu können.  um

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Mehr Infos: www.krebsgesellschaft.de (e Patienten e Krebsarten e gynäkologische Tumore e Brustkrebs e Hormontherapie) www.wechseljahre.gesund.org (e Beschwerden e Hitzewallungen)

LYMPHÖDEM

Leichtes Krafttraining erlaubt Sich zu schonen beuge vor, wurde Frauen immer gesagt, die wegen der Entfernung von Lymphknoten ein erhöhtes Risiko für ein Lymphödem hatten. Eine Studie aus den USA hat aber gezeigt, dass trainierte Frauen eventuell sogar besser vor dieser Komplikation geschützt sind. An der Studie nahmen 134 Brustkrebspatientinnen Leichtes Krafttraining beugt anscheinend einem Lymphödem vor. teil, deren Diagnose ein bis fünf Jahre zurücklag und denen min- mehr Lymphknoten entnommen wurden. destens zwei Lymphknoten entfernt wur- Von ihnen hatten 7 Prozent der Sportleden. 72 absolvierten ein sich langsam stei- rinnen ein Ödem, bei der Kontrollgruppe gerndes Krafttraining. Die anderen nicht. waren es 22 Prozent. sd Nach einem Jahr hatten von den Frauen der Trainingsgruppe 11 Prozent ein Lymphödem im Vergleich zu 17 Prozent jener, Mehr Infos: The New England Journal of die nicht trainierten. Noch deutlicher war Medicine www.nejm.org/doi/full/10.1056/ das Ergebnis bei Frauen, denen fünf oder nejmoa0810118

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Foto: istockphoto

Etwa zwei Drittel der Patientinnen mit Brustkrebs erhalten eine Antihormontherapie, weil Östrogen das Wachstum ihres Tumors anregt. So werden die Andockstellen für Östrogen an den Krebszellen durch Tamoxifen blockiert oder die Bildung von Östrogen im Körper durch Aromatasehemmer gestoppt. Das Rückfallrisiko sinkt dadurch deutlich. Dennoch bricht jede Vierte die Therapie vorzeitig ab, meist wegen Nebenwirkungen. Bei der Behandlung mit Tamoxifen treten oft Wechseljahrsbeschwerden auf. Etwa 40 Prozent der Frauen, die Aromatasehemmer nehmen, klagen über Gelenk- und Muskelschmerzen. Deutlich seltener kommt es zu gravierenden Nebenwirkungen, zum Beispiel Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut.

Foto: Corbis

Strategien zum Durchhalten

Ausgabe 1/2011

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ENTSPANNUNGSMETHODEN

Die Expertenmeinung

Foto: Corbis

Yoga ist eine sehr wirksame Methode Stress abzubauen und liegt voll im Trend.

Dauerstress macht krank. Er lässt den Blutdruck steigen und Muskeln verkrampfen, beschleunigt Herzfrequenz und Atmung. Um dies zu verhindern, sollten auf Phasen der Anspannung immer auch solche der Entspannung folgen. Was aber, wenn die Gesundheit bereits durch eine Erkrankung wie zum Beispiel Brustkrebs eingeschränkt ist? Eine solche Diagnose geht meist einher mit anhaltendem Stress. Denn die Krankheit und deren Behandlung kosten Kraft. Hinzu kommen oft die Anforderungen des Alltags in Familie und Beruf. Zu den Auswirkungen, die Dauerstress auf den Behandlungserfolg hat, liegen noch keine aussagekräftigen Studien vor. Klar ist aber, dass psychischer Stress umso ausgeprägter ist, je mehr Lebensbereiche an neue Anforderungen angepasst werden müssen. Doch nicht alle reagieren auf Stress gleich. Wie der Einzelne die Belastung wahrnimmt, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Insgesamt wird die Lebensqualität durch Dauerstress meist jedoch deutlich beeinträchtigt. Patientinnen, die sich gestresst fühlen, sollten in ihren Alltag gezielt Entspannung einbauen. So können sie Stresssymptomen wie zum Beispiel Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen gezielt vor-

beugen bzw. dazu beitragen, bereits bestehende Beschwerden abzubauen. Verschiedene Techniken unterstützen diesen Prozess sehr wirksam: Die Tiefenmuskelentspannung nach Jacobson (auch progressive Muskelrelaxation genannt) ist ebenso geeignet wie autogenes Training, Meditation oder Yoga. Manche bevorzugen auch Qi Gong oder Tai Chi. Wieder andere finden Entspannung beim Malen, beim Musik hören oder in der Natur. Um die passende Methode zu finden, hilft nur Ausprobieren. Denn was tatsächlich zur Entspannung beiträgt, kann jeder nur für sich selbst herausfinden. Frauen, die sich für eine Entspannungstechnik entscheiden, mit der sie noch keine Erfahrung haben, sollten einen Kurs belegen. Dort lernen sie unter sachkundiger Anleitung die jeweilige Methode kennen. mf

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Kurse: www.aok.de/hessen (e Gesundheit e Gesundheitskurse e Entspannung: Hatha-Yoga) Volkshochschulen bieten meist kostengünstig und wohnortnah Kurse verschiedenster Methoden an.

Für Therapietreue ist Information das A und O Eine antihormonelle Therapie dauert meist fünf Jahre und kann durchaus unangenehme Nebenwirkungen haben. Umso Prof. Dr. Marion wichtiger ist es, Kiechle den Patientinnen die gute Wirksamkeit dieser Therapie vor Augen zu führen: Frauen, die fünf Jahre Tamoxifen einnehmen, haben nach einer Beobachtungszeit von 15 Jahren zu 13 Prozent seltener ein Rezidiv als Frauen ohne Tamoxifentherapie. Und auch die Überlebensrate ist bei Tamoxifengabe zehn Prozent höher als in der anderen Gruppe. Der positive Effekt der Therapie hält also weit über die fünf Jahre ihrer Dauer hinaus an. Trotzdem nimmt nach zwei bis vier Jahren nur noch jede zweite Patientin ihre Medikamente. Hohe Therapietreue kann nur erzielt werden, wenn Patientinnen wissen, wie ihr Medikament wirkt, welche Nebenwirkungen realistisch eintreten können und wie stark die Therapie das Risiko einer erneuten Erkrankung senkt. Studien mit Diabetikern und Bluthochdruckpatienten haben bereits gezeigt, dass mangelnde Therapietreue oft an fehlender Information liegt. Wie das Verhalten von Brustkrebspatientinnen von Informationen beeinflusst wird, untersucht eine Studie, deren Ergebnisse derzeit ausgewertet werden.

Prof. Dr. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik, Klinikum rechts der Isar der TU München

Foto: TU München

Erholsame Pause vom Stress

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Ausgabe 1/2011

Spanische Kohlsuppe

ERNÄHRUNG

Nahrungsmittel gegen Krebs

Als vielseitige Heilpflanze wird beispielsweise Kohl seit Jahrtausenden angebaut. „Wir denken noch an die Fische, die wir in Mizrajim umsonst gegessen haben, die Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch“, zitieren die Buchautoren die Tora. Kohl, Kürbis und Knoblauch enthalten nicht nur gesunde Ballaststoffe, sondern hemmen auch wildes Zellwachstum. Kohl gehört wie Kresse, Rettich und Raps zur Fami-

Buchtipp Krebszellen mögen keine Himbeeren. Nahrungsmittel gegen Krebs. Das Immunsystem stärken und gezielt vorbeugen. Prof. Richard Beliveau Dr. Denis Gingras, Goldmann Verlag 2010, Preis 12,95 € (Taschenbuch), ISBN 978-3442171262.

Foto: Corbis

Zwei französische Krebsforscher beschreiben in dem Buch „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ detailliert die geradezu therapeutischen Qualitäten, die Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln haben sollen (phytochemische Wirkung). Zu gut einem Drittel ist die Ernährung für die Entstehung von Krebs verantwortlich. Längst ist bekannt, dass zum Beispiel in Japan Brustkrebs wesentlich seltener auftritt als in Ländern mit westlichem Lebensstil. In Asien wird bewusst mit viel Gemüse, wenig Fleisch, fettarmen Saucen und insgesamt weniger Kalorien gekocht. In westlichen Industrieländern hingegen essen viele meist ballaststoffarm und fettreich.

Ob als Suppe oder Gemüse: Brokkoli, Rosenkohl und Co. gelten als vielseitige Heilpflanzen.

lie der Kreuzblütler. Die haben in einer Studie an 5000 schwedischen Frauen Wirkung gezeigt: Der Verzehr von ein bis zwei Portionen pro Tag könne das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um etwa 40 Prozent senken, so das Ergebnis. Polyphenole und Sulforaphan sind nur zwei der krebshemmenden Stoffe in Kohl und Co. Nur diese Gemüse zu essen, ist jedoch zu einseitig. Empfohlen wird Patientinnen mit Brustkrebs stattdessen leichte Vollkost. Sie basiert auf viel Gemüse, wenig Fleisch, wenig Fett – das klingt doch sehr nach Mittelmeer und Asien. sk

Zubereitung: Gemüse grob zerkleinern und mit den Knoblauchzehen in einen Topf mit 1 bis 1,5 Liter Wasser geben und zum Kochen bringen. Zehn Minuten kräftig kochen, danach bei mittlerer Hitze in ca. 15 bis 20 Minuten garen. Dann zur Suppe pürieren und am Tisch mit gutem Olivenöl kreisförmig beträufeln. Wer möchte, kann mit wenig Kräutersalz nachwürzen. Guten Appetit!

Fotos: istockphoto

Zutaten: 1/2 kleiner Weißkohl, 2 Stangen Lauch, 2 Köpfe Brokkoli, 250 g grüne Bohnen, 2-3 Knoblauchzehen, Olivenöl, Wasser.

RAT UND HILFE AOK-Curaplan

Wichtige Rufnummern

0180 1188111 * E-Mail: [email protected]

– Krebsinformationsdienst (KID): 0800 4203040 – Frauenselbsthilfe nach Krebs: 022833889-400

AOK-Clarimedis der medizinische Info-Service Ihrer AOK Hessen berät Sie an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr kostenfrei 01801 112255* (*3,9 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobil­funknetz höchstens 42 Cent/Min.)

Mehr Informationen – Deutsche Krebsgesellschaft www.krebsgesellschaft.de – Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie www.dapo-ev.de

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